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Sunday, July 29th 2018, 5:36pm

Der Begriff des Rassismus überlappt mit dem der
Fremdenfeindlichkeit und lässt sich oft nur ungenau von diesem unterscheiden.
Teile der Sozialwissenschaft unterscheiden zwischen Fremdenfeindlichkeit und
Rassismus. Rassismus als soziales und psychisches Phänomen existiert unabhängig
von Rassentheorien, als rassistisch zu beschreibende Gruppenkonflikte lassen
sich bis in die frühe Menschheitsgeschichte nachweisen.
Rassismus als systematisches Lehrgebäude dagegen entwickelte sich seit dem ausgehenden 18.
Jh. im kontinentalen Europa und der angelsächsischen Welt. Eine vermeintlich
natur- oder gottgegebene, hierarchisch-autoritäre Herrschaftsordnung und die
daraus gefolgerten Handlungszwänge dienen der Rechtfertigung von
Diskriminierung, Ausgrenzung, Unterdrückung, Verfolgung oder Vernichtung von
Individuen und Gruppen – sowohl auf individueller als auch auf institutioneller
Ebene. Unterschiede in Hautfarbe, Sprache, Religion und Kultur stabilisieren
die Abgrenzung zwischen den verschiedenen Gruppen und sollen die
Vorrangstellung des Eigenen vor dem Fremden sichern. Der zivilisatorische
Fortschritt der Moderne wird als dekadente, einer natürlichen Ungleichheit der
Menschen widersprechende Verfallsgeschichte interpretiert.
Die Wurzeln des Rassismus reichen zurück bis in die frühe Geschichte der Menschheit. Der
Historiker Imanuel Geiss sieht in den historischen Grundlagen des indischen
Kastenwesens die „älteste Form quasi-rassistischer Strukturen“. Der „moderne“
Rassismus entstand im 14. und 15. Jahrhundert und wurde ursprünglich eher
religiös begründet. Ab 1492, nach der Reconquista, der Rückeroberung
Andalusiens durch die Spanier, wurden Juden und Muslime als „fremde
Eindringlinge“ oder schlicht als „marranos“ (Schweine) verfolgt und aus Spanien
vertrieben.
Die Vorstellung, die Taufe oder Konversion reiche nicht, um den
Makel zu tilgen, essentialisiert oder naturalisiert die Religion und gilt
vielen Historikern daher als Geburt des modernen Rassismus. Die Vorstellung,
ein Jude oder Moslem behielte auch dann sein jüdisches oder muslimisches
„Wesen“, wenn er seine Religion geändert hat – es liege ihm gewissermaßen im
Blute –, ist im Kern rassistisch.
Die „Estatutos de limpieza de sangre“ („Statuten von der Reinheit des Blutes“), erstmals niedergelegt 1449 für den
Rat der Stadt Toledo, gelten einigen Autoren als Vorwegnahme der Nürnberger
Rassegesetze.„Die spanische Doktrin von der Reinheit des Blutes war in dem
Maße, wie sie tatsächlich durchgesetzt wurde, zweifellos eine rassistische
Lehre. Sie führte zur Stigmatisierung einer ganzen ethnischen Gruppe aufgrund
von Merkmalen, die – so die Behauptung – weder durch Bekehrung noch durch
Assimilation zu beseitigen waren.“ Aus der christlichen
Glaubensgemeinschaft, der eigentlich jeder angehört, der durch die Taufe zu
einem Teil der Gemeinschaft geworden ist, war eine Abstammungsgemeinschaft, ein
Rassenäquivalent, geworden – ein Vorgang, in dem sich fast 500 Jahre vor dem
Nationalsozialismus das rassistische Ideologem vom „Volkskörper“ mit den damit
einhergehenden Vorstellungen, beispielsweise von der „Unreinheit des jüdischen
Blutes“, ankündigt.
Erst als religiöse Gewissheiten in Frage gestellt und die Trennung zwischen Körper und Seele zugunsten eines
materialistisch-naturwissenschaftlichen Weltbildes aufgehoben wurden, waren die
geistesgeschichtlichen Voraussetzungen für einen Rassismus neuzeitlicher
Prägung gegeben. „Der Rassismus konnte sich in dem Maße zu einer komplexen
Bewusstseinsform entwickeln, wie sich rassistische Bewusstseinselemente aus den
theologischen Bindungen des Mittelalters „emanzipieren“ konnten.“ Pseudowissenschaftliche
Rassentheorien sind gewissermaßen ein „Abfallprodukt der Aufklärung“, deren
scheinbar naturwissenschaftliche Argumentation auch und gerade von großen
Aufklärern rezipiert wurde.
„Mit ihrem leidenschaftlichen, manchmal an Fanatismus grenzenden Bestreben, die Welt »logisch« zu ordnen, mit ihrer Manie,
alles zu klassifizieren, haben die Philosophen und Gelehrten der Aufklärung
dazu beigetragen, jahrhundertealten rassistischen Vorstellungen eine
ideologische Kohärenz zu geben, die sie für jeden anziehend machte, der zu
abstraktem Denken neigte.“
So schrieb Voltaire 1755: «Die Rasse der Neger ist eine von der unsrigen völlig verschiedene Menschenart, wie die der Spaniels
sich von der der Windhunde unterscheidet [..] Man kann sagen, dass ihre
Intelligenz nicht einfach anders geartet ist als die unsrige, sie ist ihr weit
unterlegen.». Ursprünglich metaphysisch und religiös begründet, erhielt der
Rassismus durch die Aufklärung ein weiteres, ein säkulares Fundament. Im 20.
Jahrhundert haben sich in vielen Ländern ausgeprägte Formen des Rassismus
herausgebildet, die zum Teil zu offiziellen Ideologien der jeweiligen Staaten
wurden – Beispiele sind:

· Die Jim Crow-Ära, die Zeit der Rassendiskriminierung
in den USA, die zwischen 1890 und 1960 ihren Höhepunkt erreichte

· die Rassengesetze der Nationalsozialisten in
Deutschland und in anderen europäischen Staaten zwischen 1933 und 1945

· das Apartheidsregime in Südafrika, das nach 1948 seine
extremste Entwicklung nahm

· die Politik der australischen Regierung gegenüber den
Aborigines

Seit der UNESCO-Deklaration gegen den „Rasse“-Begriff auf der
UNESCO-Konferenz gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung im Jahre 1995 im
österreichischen Stadtschlaining wird nicht nur jede biologische, sondern auch
jede soziologische Ableitung rasseähnlicher Kategorien geächtet. Diese Ächtung
wird wie folgt begründet:

· Kriterien, anhand derer Rassen definiert werden, seien
beliebig wählbar.

· Die genetischen Unterschiede zwischen Menschen innerhalb
einer „Rasse“ seien im Durchschnitt quantitativ größer als die genetischen
Unterschiede zwischen verschiedenen „Rassen“.

· Es bestehe kein Zusammenhang zwischen ausgeprägten
Körpermerkmalen wie der Hautfarbe und anderen Eigenschaften wie Charakter oder Intelligenz.
In der Theorie sind Theorie und Praxis eins. In der Praxis nicht! :fcfc:


Wenn´s einfach wär, könnte es jeder :thumbsup:

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van Gool

Intermediate

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Sunday, July 29th 2018, 6:17pm

Ich hab nochmal was kopiert zum Thema „Alltags-Rassismus“, was ich ziemlich gut fand, da es stellenweise aufzeigt, was manche Menschen für sich selbst nicht als rassistisch einstufen, der Gegenüber aber VIELLEICHT schon:

„Ich kann vielleicht 50 „Einzelfälle“ benennen. Ich bin von Skins angegriffen, von Schulkameraden gehänselt, vom Nachbarn angespuckt, Kanake, Moruk oder einfach Ali genannt worden. Ist mir aber egal, hat mich nur stärker gemacht.
Ich könnte erzählen, wie oft ich grundlos von der Polizei angehalten, überprüft und gefilzt wurde. Auch egal. Schon schlimmeres erlebt.
Auch, dass nach 30 Jahren Deutschland immer noch die (spätestens) zweite Frage ist, wo ich eigentlich herkomme, ist mir egal. Hab mich dran gewöhnt.
Dass ich komplett verschiedene Reaktionen erhalte, je nachdem, ob ich mich als Perser oder als Iraner vorstelle. Geschenkt.
Die eigentlichen Gründe, warum ich mich niemals mit Deutschland identifizieren werde, liegen aber in den Dingen, die mir in meinem direkten, tendenziell linken oder zumindest liberal/aufgeklärten Umfeld passieren:
Die Anzahl der geistlosen Bombenlegerwitze und Islamistenseitenhiebe, die sie glauben, machen und verteilen zu können, weil das ja ironisch gemeint ist, da sie ja keine Rassisten seien, geht mittlerweile ins 4-stellige. Mein Ernst. Tagtäglich kommt sowas.
Wenn meine italienischen Freunde nach 10 Jahren Deutschland immer noch „er" und „sie“ verwechseln, oder zu Frauen „Jungs“ sagen, finden meine deutschen Freunde das irgendwie nonchalant, cool und sexy, wenn meine türkischen Freunde nach 12 old fashioned´s mal Dativ und Akkusativ vertauschen, werden sie belächelt.
Ich höre immer wieder antisemitische Sprüche in meinem Umfeld mit einem Augenzwinkern mir gegenüber, weil sie glauben, dass ich ihren dummen Rassismus teile. Schließlich hassen „wir“, „die“ ja bekanntlich auch.
Wenn ich von Fremden für einen Italiener gehalten werde, tut mein deutsches Umfeld so, als hätte ich es als Kompliment aufzufassen, wenn ich für einen Israeli gehalten werde, glaubt es, dass ich beleidigt sein müsste.
Ich war mal auf Tinder mit 3 verschiedenen Namen und den gleichen Bildern. Chiaro, Bobby und Reza. Jetzt ratet mal, bei wem die Matches ausblieben.
Neulich las ich einen Artikel in der FAZ, in dem die Perser als „ein Volk von Teppichhändlern“ bezeichnet wurden, womit der Autor das vermeintliche Geschick bei den Atomverhandlungen unterstreichen wollte. In der FAZ. Kein Witz.
Ich könnte ewig fortfahren. Die Eltern meiner Freundinnen, meine Lehrer, Kaufhausdetektive, die Omi im Bus, im Aufzug, im Treppenhaus etc etc. Wirklich ewig. Ich will es nur nicht in die Länge ziehen. Fb Aufmerksamkeitsspanne und so. Das alles ist auch keine Klage. Ich bin kein Opfer. War nie eins, werde nie eins sein.
Nur eine Sache:
Nach 30 Jahren dachte ich, ich kenne Rassismus in all seinen Facetten und dann ging ich mit einer Frau aus, die Halbnigerianerin ist. Alles was ich bisher erlebt hatte, war dagegen ein Witz. Erwachsene redeten mit ihr, wie in Rapvideos. Yo! Yo! Yo! Nigger! Nigger! Nigger!
Jetzt konnten sie es endlich sagen. Jetzt kannten sie eine Schwarze. Jetzt waren sie Afroamerikaner. Yo! Yo! Yo! Nigger! Nigger! Nigger! Die Frau kommt aus Köln. Mehr denn je wollten Typen wissen, wie der Sex ist. Einmal gratulierte mir jemand zu der „Gazelle“, als sie kurz den Raum verliess und ich hörte Begriffe, wie „Mohr“ und „Neger“ aus Mündern von Menschen (Mehrzahl), die für die Süddeutsche und die Zeit schreiben oder bei arte arbeiten. 2015/16. In Berlin. Alles keine Rassisten. Alles nur Ironie.
Ich stehe auch nicht auf Erdogan, ich gebe Özil aber recht, wenn er sich fragt, warum er Deutschtürke ist, Podolski und Klose aber nicht Deutschpolen. Warum ist der Sohn des weissen GI's Deutscher, der Sohn des schwarzen GI's aber Afrodeutscher? Ich meine, wie viel hat dieser Junge bitte noch mit Afrika zu tun? Und warum ist Deutschrusse normal, Frankodeutscher oder Italodeutscher aber nicht?
Was ich also feststelle, ist nicht nur der stumpfe, direkte Rassismus der Afd, der Skins oder des Schrebergartenvereins, der ja zumindest sowas wie ehrlich ist. Was ich erlebe, sind auch die Abstufungen auf der Multikultiliste beim Bildungsbürgertum.
Ganz oben stehen die Imperialmächte und der geilere Süden. Brasilien, Argentinien, Italien, Kolumbien, Frankreich, USA, England.
Dann kommen sie selbst.
Als Perser stehe ich ungefähr hier (Ich bin Arier, meine Eltern Ärzte, der Shah war großartig. Kulturnation. Die gesamte westliche Zivilisation fußt auf blablabla. Geld hab ich bestimmt auch.)
Im Mittelfeld stehen die harmlosen Länder. Japan, Indien, Kanada, Australien etc.
Darunter kommt Afrika. (Geile Körper, süsse Babies, aber arm und dumm.)
Als Iraner stehe ich ungefähr hier. (Ich bin Schiite, trage ein Messer, mein Vater schlägt meine Mutter. Beide können nicht lesen, aber wenigstens bin ich kein Araber.)
Die stehen nämlich ganz unten, zusammen mit den Türken, den Afghanen und den Pakistanis. Und jetzt sag mir auch nur einer, dem sei nicht so.“


Interessanter Text, der beispielhaft illustriert, wie eng gefasst die Grenzen zwischen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Zynismus und nackter Dummheit, aber auch Fremdenphobie, Bildungsferne und dumpfem Neid gestrickt sind.

Zum Schluss hin wird das Grummeln im Bauch bei mir beständig lauter. Verharmlosung steht als Ausweg eben nicht zur Verfügung. ‘Zuhören’ dagegen scheint ein Schlüsselwort zu sein - sofern man in der Lage und willens ist, Diskussion und Rechthaberei auseinanderzuhalten.
Danke für’s Einstellen.

:winken:
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Sunday, July 29th 2018, 9:47pm

Kolumne Pulsschlag Digital Ich war und bleibe ein Fan von Mesut Özil

...Ich war und bleibe ein Fan von Mesut Özil. Ich habe mich über sein Foto mit dem Autokraten Erdogan geärgert, mich über sein Schweigen gewundert. Doch was nach dem kläglichen Scheitern der Nationalmannschaft an Stimmungsmache im DFB, in den Sozialen Netzwerken, in meinem Deutschland über ihn hereinbrach, hat nichts anderes als Solidarität bei mir ausgelöst – für Özil. Selbst nach seinem Wutausbruch. Wahrscheinlich gerade wegen seines Wutausbruchs.
...
https://www.ksta.de/kultur/kolumne-pulsschlag-digital-ich-war-und-bleibe-ein-fan-von-mesut-oezil-31025514
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Sunday, July 29th 2018, 9:53pm

Bobic attackiert Özil: Art des Rücktritts „bisschen feige”

...„Klar, er kann sich jetzt in der Türkei abfeiern lassen. Aber das ist ein Trugschluss. Weil er im Endeffekt nur benutzt wurde, um zu spalten – vor allem hier in Deutschland”, sagte Bobic der „Bild am Sonntag” eine Woche nach dem bemerkenswerten Rücktritt des Weltmeisters von 2014.
...Dass Özil auch Rassismus und Respektlosigkeit anprangerte, kritisierte Bobic: „Das finde ich ehrlich gesagt unerträglich. Dieser Pauschalvorwurf des Rassismus entspricht einfach nicht der Realität.” Mit den schweren öffentlichen Vorwürfen gegen die DFB-Spitze um Präsident Reinhard Grindel habe sich der 29-Jährige „wahrlich nicht als Teamplayer erwiesen”. Bundestrainer Joachim Löw, der lange Jahre auf Özil baute, soll vorher nicht informiert worden sein. „Ich finde die Art seines Rücktritts ehrlich gesagt ein bisschen feige”, sagte der frühere Stürmer.

...
https://www.ksta.de/sport/fussball/bobic-attackiert-oezil--art-des-ruecktritts--bisschen-feige--31029278
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Sunday, July 29th 2018, 10:00pm

Kommentar Grindel ist ein Mann, der nicht an die Spitze des DFB gehört

Das Problem am Fall Mesut Özil ist, dass es nicht ein Richtig und nicht ein Falsch, nicht ein Gut und nicht ein Böse gibt. Ebenso wenig existieren Argumente, die alle anderen schlagen und Behauptungen, die nicht widerlegt werden können.

...Dieses Problem war auch das Problem des DFB-Präsidenten Reinhard Grindel, den eine lange, mittelmäßige Politikerkarriere auf alle möglichen rhetorischen Herausforderungen im Bereich des Schwafelns, Drumherumredens, Pseudostellungbeziehens und Schuldvonsichweisens vorbereitet hatte, aber nicht darauf. Das darf allerdings nicht erstaunen, denn man hat nicht vergessen, wie dieser Mann ohne glaubhaften Bezug zum Fußball 2016 DFB-Präsident wurde. Als Wolfgang Niersbach über die Sommermärchen-Affäre ungeklärter Zahlungen aus der Vergangenheit stürzte, brauchte der Verband einen, der von allem unbefleckt war.
...
https://www.ksta.de/sport/fussball/kommentar-grindel-ist-ein-mann--der-nicht-an-die-spitze-des-dfb-gehoert-31020278
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Sunday, July 29th 2018, 10:10pm

REDEN ÜBER MESUT ÖZIL: So wenig zählte die Sache
Manche wollen nichts verstehen, andere zu viel. Zu große Begriffe haben die Erregungskurve im Fall Mesut Özils steigen lassen: Alle reden über ihn. Aber was will das ganze Reden sagen?
Es ist schon alles gesagt worden, und zwar von allen. Von Gerhard Schröder, Heiko Maas, Wolfgang Schäuble und dem SPD-Mann aus Bebra, der Özil einen „Ziegenficker“ nannte. Horst Seehofer sagte, Özil sei „einer von uns“, in Russland sei „eine deutsche Mannschaft gescheitert und kein einzelner Spieler“. Damit verriet er mehr Fußballverstand als Uli Hoeneß, der Özil wie ein wildgewordener Bierzeltredner angepöbelt hatte. Manche wollen nichts verstehen, andere zu viel. Zu große, damit unscharfe Begriffe wie Rassismus oder Integration haben die Erregungskurve steigen lassen. Auch auf dem Platz ist die Blutgrätsche auffälliger als der öffnende Pass.
Das Spiel Mesut Özils ist, analytisch betrachtet, seinen öffentlichen Auftritten ja nicht unähnlich. Er ist nicht nur ein exzellenter Vorlagengeber. Die modernen Analyseinstrumente lassen auch den entscheidenden Zug davor sichtbar werden, der einen Raum öffnet, eine Lücke antizipiert. Weil das Fernsehbild die Wahrnehmung des Fußballs formatiert, sieht der Zuschauer oft gar nicht, was Özil macht – und behauptet, der tue doch nichts. Aus den Daten lässt sich dagegen ablesen, worin die Leistung besteht. Wer Özil mal auf dem Platz gesehen hat, hat eine Ahnung davon.

...
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/reden-ueber-mesut-oezil-so-wenig-zaehlte-die-sache-15711535.html
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Sunday, July 29th 2018, 10:17pm

ERDOGAN UND ÖZIL: Elfmeter verwandelt
...Faschismus plus Rassismus plus Opfer-Legende. Darauf lautet der kommunikative Dreisatz Erdogans. Er sieht sich, obwohl stets auf Angriff und Vernichtung seiner Gegner gebürstet, stets als Opfer und mit ihm alle Deutschen türkischer Herkunft, die in Deutschland ihrer Wurzeln beraubt würden. Die Botschaft lautet: Es kommt nicht darauf an, was jemand sagt oder was er tut, es gibt keine Integration, sondern nur Assimilation, also Aufgabe der eigenen kulturellen Wurzeln, ihr aber gehört zu uns.

...Für Mesut Özil mag es überraschend gewesen sein, dass sein Foto mit Erdogan im Jahr 2018 ganz anders aufgenommen wurde als die Aufnahmen von den Treffen zuvor. Özil und Erdogan trafen sich etwa im Jahresturnus. Den Beratern des Fußballspielers dürfte indes nicht entgangen sein, dass der Erdogan von heute nichts mehr mit dem von vor sechs oder sieben Jahren zu tun hat, und dass das Bild, das Mesut Özil als Respektserweis für das Amt verstanden wissen will, für den türkischen Präsidenten etwas ganz anderes war – ein fabelhafter Ersatz für Wahlkampfauftritte in Deutschland.
...
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/wie-erdogan-gegen-deutschland-die-weltmeisterschaft-gewann-15704733.html
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Sunday, July 29th 2018, 10:29pm

Das nimmt hier einfach kein Ende. Ich glaube, der Herr Özil bekommt zuviel Aufmerksamkeit und sein Hinweis auf Rassismus kommt aus dem falschen Mund.Ich glaube außerdem, dass viele türkische Mitbürger uns Deutsche mindestens so scheisse finden wie umgekehrt. Dann sind das auch alles Rassisten, der Özil ganz besonders.
Und die Hinweise auf Podolski und Klose sind auch bescheuert. Haben die dem Herrn Präsidenten Kaczynski öffentlich die Füße geküsst?

Naja, egal. Der Smokie hat heute einen wunderbaren Artikel eingestellt. Der hätte glatt von mir sein können.
Gerade der Smokie, der noch Tage davor bemängelt hat, das die Dummen sich ihre Infos im Netz holen und sie zum Schaden der Gesellschaft einsetzen. Dafür ein dickes Lob von mir. Ist doch gut, wenn man sich von überall her die Infos holen kann. Gerade die Dummen können dann aufholen. Wer den Wal hat, hat die Qual.
Besser als jeden Tag BILD oder Express.
Wenn ich hier die Dummen etwas in Schutz nehme, so will ich ausdrücklich betonen, dass von diesem Schutz Mesut Özil ausgenommen ist.
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  • This post has been edited 2 times, last edit by "derpapa" (Jul 29th 2018, 11:07pm)

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Sunday, July 29th 2018, 11:09pm

@paps
Du hast nicht verstanden, was ich meinte. Ich finde es grandios, was man sich alles an Infos aus dem Netz holen kann. Nur die von MIR gemeinten Dummen tun das mitunter falsch: Es muss ja nicht gerade die frei zugängliche Doktorarbeit sein......aber vielleicht etwas mehr Spiegel als Express, mehr Zeit als Bild, mehr Artikel-Inhalt als Überschrift, mehr nachdenken als stumpfes Kommentieren....
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Monday, July 30th 2018, 8:04am

Das nimmt hier einfach kein Ende. Ich glaube, der Herr Özil bekommt zuviel Aufmerksamkeit und sein Hinweis auf Rassismus kommt aus dem falschen Mund.Ich glaube außerdem, dass viele türkische Mitbürger uns Deutsche mindestens so scheisse finden wie umgekehrt. Dann sind das auch alles Rassisten, der Özil ganz besonders.
Und die Hinweise auf Podolski und Klose sind auch bescheuert. Haben die dem Herrn Präsidenten Kaczynski öffentlich die Füße geküsst?

Naja, egal. Der Smokie hat heute einen wunderbaren Artikel eingestellt. Der hätte glatt von mir sein können.
Gerade der Smokie, der noch Tage davor bemängelt hat, das die Dummen sich ihre Infos im Netz holen und sie zum Schaden der Gesellschaft einsetzen. Dafür ein dickes Lob von mir. Ist doch gut, wenn man sich von überall her die Infos holen kann. Gerade die Dummen können dann aufholen. Wer den Wal hat, hat die Qual.
Besser als jeden Tag BILD oder Express.
Wenn ich hier die Dummen etwas in Schutz nehme, so will ich ausdrücklich betonen, dass von diesem Schutz Mesut Özil ausgenommen ist.

Ich bin mir nicht sicher, ob der Vorwurf aus dem falschen Mund kommt. Auch Mesut war mal ein Kind, musste sich mit Nachbarjungs auseinandersetzen, ging zur Schule. Wer von uns weiß schon, was er in seiner Jugend erlebt hat?

Heute als bekannter Fußballprofi und Weltmeister wird es ihn vermutlich nicht mehr so oft direkt treffen, aber eben in den sozialen Netzwerken, in der Fanpost oder was weiß ich. Prominent zu sein, bedeutet nicht keinen Rassismus zu erleben. Ich möchte nicht wissen, wie oft Mesut schon in seinem Leben verächtlich die widerliche Beleidigung "Ziegenficker" hören musste.

Er ist da ja längst nicht alleine. Fast alle Prominenten, die nicht "reinrassig deutsch" sind, berichten vom Alltagsrassismus. Dunja Hayali fällt mir ein oder auch Cem Özdemir. Sind das alles Leute, die besonders empfindlich sind? Memmen? Ich denke nicht.

Du, bester Papa, gehörst zu denjenigen, deren Beiträge ich in dieser Debatte als sehr angenehm empfinde. Du scheinst aus dem Bauch raus ein Gespür dafür zu haben, was andere rassistisch verletzt. Das finde ich richtig gut.
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Monday, July 30th 2018, 8:06am

Ich hab nochmal was kopiert zum Thema „Alltags-Rassismus“, was ich ziemlich gut fand, da es stellenweise aufzeigt, was manche Menschen für sich selbst nicht als rassistisch einstufen, der Gegenüber aber VIELLEICHT schon:

„Ich kann vielleicht 50 „Einzelfälle“ benennen. Ich bin von Skins angegriffen, von Schulkameraden gehänselt, vom Nachbarn angespuckt, Kanake, Moruk oder einfach Ali genannt worden. Ist mir aber egal, hat mich nur stärker gemacht.
Ich könnte erzählen, wie oft ich grundlos von der Polizei angehalten, überprüft und gefilzt wurde. Auch egal. Schon schlimmeres erlebt.
Auch, dass nach 30 Jahren Deutschland immer noch die (spätestens) zweite Frage ist, wo ich eigentlich herkomme, ist mir egal. Hab mich dran gewöhnt.
Dass ich komplett verschiedene Reaktionen erhalte, je nachdem, ob ich mich als Perser oder als Iraner vorstelle. Geschenkt.
Die eigentlichen Gründe, warum ich mich niemals mit Deutschland identifizieren werde, liegen aber in den Dingen, die mir in meinem direkten, tendenziell linken oder zumindest liberal/aufgeklärten Umfeld passieren:
Die Anzahl der geistlosen Bombenlegerwitze und Islamistenseitenhiebe, die sie glauben, machen und verteilen zu können, weil das ja ironisch gemeint ist, da sie ja keine Rassisten seien, geht mittlerweile ins 4-stellige. Mein Ernst. Tagtäglich kommt sowas.
Wenn meine italienischen Freunde nach 10 Jahren Deutschland immer noch „er" und „sie“ verwechseln, oder zu Frauen „Jungs“ sagen, finden meine deutschen Freunde das irgendwie nonchalant, cool und sexy, wenn meine türkischen Freunde nach 12 old fashioned´s mal Dativ und Akkusativ vertauschen, werden sie belächelt.
Ich höre immer wieder antisemitische Sprüche in meinem Umfeld mit einem Augenzwinkern mir gegenüber, weil sie glauben, dass ich ihren dummen Rassismus teile. Schließlich hassen „wir“, „die“ ja bekanntlich auch.
Wenn ich von Fremden für einen Italiener gehalten werde, tut mein deutsches Umfeld so, als hätte ich es als Kompliment aufzufassen, wenn ich für einen Israeli gehalten werde, glaubt es, dass ich beleidigt sein müsste.
Ich war mal auf Tinder mit 3 verschiedenen Namen und den gleichen Bildern. Chiaro, Bobby und Reza. Jetzt ratet mal, bei wem die Matches ausblieben.
Neulich las ich einen Artikel in der FAZ, in dem die Perser als „ein Volk von Teppichhändlern“ bezeichnet wurden, womit der Autor das vermeintliche Geschick bei den Atomverhandlungen unterstreichen wollte. In der FAZ. Kein Witz.
Ich könnte ewig fortfahren. Die Eltern meiner Freundinnen, meine Lehrer, Kaufhausdetektive, die Omi im Bus, im Aufzug, im Treppenhaus etc etc. Wirklich ewig. Ich will es nur nicht in die Länge ziehen. Fb Aufmerksamkeitsspanne und so. Das alles ist auch keine Klage. Ich bin kein Opfer. War nie eins, werde nie eins sein.
Nur eine Sache:
Nach 30 Jahren dachte ich, ich kenne Rassismus in all seinen Facetten und dann ging ich mit einer Frau aus, die Halbnigerianerin ist. Alles was ich bisher erlebt hatte, war dagegen ein Witz. Erwachsene redeten mit ihr, wie in Rapvideos. Yo! Yo! Yo! Nigger! Nigger! Nigger!
Jetzt konnten sie es endlich sagen. Jetzt kannten sie eine Schwarze. Jetzt waren sie Afroamerikaner. Yo! Yo! Yo! Nigger! Nigger! Nigger! Die Frau kommt aus Köln. Mehr denn je wollten Typen wissen, wie der Sex ist. Einmal gratulierte mir jemand zu der „Gazelle“, als sie kurz den Raum verliess und ich hörte Begriffe, wie „Mohr“ und „Neger“ aus Mündern von Menschen (Mehrzahl), die für die Süddeutsche und die Zeit schreiben oder bei arte arbeiten. 2015/16. In Berlin. Alles keine Rassisten. Alles nur Ironie.
Ich stehe auch nicht auf Erdogan, ich gebe Özil aber recht, wenn er sich fragt, warum er Deutschtürke ist, Podolski und Klose aber nicht Deutschpolen. Warum ist der Sohn des weissen GI's Deutscher, der Sohn des schwarzen GI's aber Afrodeutscher? Ich meine, wie viel hat dieser Junge bitte noch mit Afrika zu tun? Und warum ist Deutschrusse normal, Frankodeutscher oder Italodeutscher aber nicht?
Was ich also feststelle, ist nicht nur der stumpfe, direkte Rassismus der Afd, der Skins oder des Schrebergartenvereins, der ja zumindest sowas wie ehrlich ist. Was ich erlebe, sind auch die Abstufungen auf der Multikultiliste beim Bildungsbürgertum.
Ganz oben stehen die Imperialmächte und der geilere Süden. Brasilien, Argentinien, Italien, Kolumbien, Frankreich, USA, England.
Dann kommen sie selbst.
Als Perser stehe ich ungefähr hier (Ich bin Arier, meine Eltern Ärzte, der Shah war großartig. Kulturnation. Die gesamte westliche Zivilisation fußt auf blablabla. Geld hab ich bestimmt auch.)
Im Mittelfeld stehen die harmlosen Länder. Japan, Indien, Kanada, Australien etc.
Darunter kommt Afrika. (Geile Körper, süsse Babies, aber arm und dumm.)
Als Iraner stehe ich ungefähr hier. (Ich bin Schiite, trage ein Messer, mein Vater schlägt meine Mutter. Beide können nicht lesen, aber wenigstens bin ich kein Araber.)
Die stehen nämlich ganz unten, zusammen mit den Türken, den Afghanen und den Pakistanis. Und jetzt sag mir auch nur einer, dem sei nicht so.“
So sieht es aus. Danke fürs Kopieren.
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Sanne

Professional

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Posts: 1,408

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Monday, July 30th 2018, 12:46pm

@smokie
Ich glaube kaum, dass hier viele, die gegen die von Mesut Özil eingebrachte Debatte bzgl. Rassismus sind, bezweifeln dass es Rassismus gibt. Dein Auszug eines eingestellten Artikels werden wohl auch nicht viele anzweifeln. Aber, es gibt eben auch Rassismus der umgekehrt wahrgenommen wird, der ebenso wenig bezweifelt werden kann.

Ich persönlich beziehe mich in meinen Posts ja ausdrücklich auf die hier von Mesut Özil nunmehr angeschobene Debatte, die ich nach wie vor, aus seiner Richtung, als verlogen bezeichne.

@Abu. Du unterstellst @derpapa aus dem Bauch heraus zu spüren, was andere als Rassismus empfinden. Dabei habe ich von dir bisher auch nichts fundiertes gelesen, zB. eigene Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis, dauernde Ereignisse um dich herum, bei denen du Rassismus beobachtes usw. Auch du vermutest. Du schreibst z.B. Mesut Özil war auch mal ein Kind und wer weiß, was er da alles schlimmes erlebt hat.
Hier mal ein Auszug eines Interviews mit Mutlu Özil: " Als Familie hätten sie jedoch keine großen Erfahrungen mit Rassismus gemacht."

Dann merkst du noch an, dass fast alle Prominenten, die nicht "reinrassig-deutsch" (mich graust es bei der Formulierung) sind, vom Altagsrassismus berichten. Du nennst Hayali und Özdemir, wundert mich nicht, aber dieses beiden Prominenten, berichten und kämpfen schon seit Jahren dagegen an.

Frau Hayali verbinde ich auch mit etlichen Berichten, über "Deutsche" Mitbürger, die in ghettoähnlichen Gebieten wie z.B. Duisburg-Marxloh leben und sich als "Deutsche" nicht mehr auf die Straße trauen, dort jedoch nicht so ohne weiteres weg kommen, da es deren finanzielle Situation gar nicht zulässt. Es hat alles immer zwei Seiten, das kommt mir hier etwas zu kurz.

Beschämend finde ich jedoch, in Zeiten, wo wir gerade ALLE seit Jahren den NSU Prozess erleben müssen, dass dieses Thema, das ausreichend und fast täglich in den Medien präsent ist, nicht so eine große Wellen schlägt, wie die Vorwürfe, eines, sich in seiner Ehre gekränkten ehemaligen deutschen Nationalspielers. Da fehlen mir langsam echt die Worte.

Es gab vor eine paar Tagen auf arte eine Dokumentation: "Der NSU Prozess und die Opfer. Das lange Leiden der Angehörigen". Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und ich kann dir sagen, mir liefen die Tränen, als ich diesen Bericht gesehen habe (er ist übrigens noch in der Mediathek verfügbar). Und meine Hochachtung und den Respekt vor z.B. Gamze Kubasik und Abdulkerim Simsek kann ich gar nicht in Worte fassen. Beide instrumentalisieren das Geschehene nicht gegen die "Deutschen" allgemein.

Ein interessanter Artikel, von Bülent Babür möchte ich dann auch noch anfügen, der ebenfalls lesenswert ist:

https://www.huffingtonpost.de/buelent-ba…b_15693654.html

Die Augen sollten niemals geschlossen werden, bzgl. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Benachteiligungen, Diskriminierungen usw. Das sollte jedoch in alle Richtungen geschehen.
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Monday, July 30th 2018, 12:59pm

@Sanne
Ich wollte dir mit meinen eingestellten Artikeln auch nicht widersprechen :winken:

Zu Dunja Hayali, die ja aus meiner Heimatstadt stammt und mir, ebenso wie ihr als Arzt tätiger Vater, wohlbekannt ist: Ein Parade-Beispiel sowohl für „Alltags-Rassismus“, als auch für dafür, wie man dagegen „aufstehen“ kann. Ich erinnere mich gut an Zeiten, wo Dr. Hayali sehr sehr kritisch beäugt wurde....
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Monday, July 30th 2018, 9:40pm

Liebe Sanne, dass ich dem Papa zutraue, instinktiv zu wissen, also aus dem Bauch heraus,was rassistisch ist und was nicht, ist ein Lob!!!! Das sagt viel über einen Menschen aus und welchen Respekt er anderen entgegenbringt. Vielleicht wäre "nach dem Bauchgefühl" das richtige Wort gewesen.
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Monday, July 30th 2018, 9:55pm

@Sanne
Ich wollte dir mit meinen eingestellten Artikeln auch nicht widersprechen :winken:

Zu Dunja Hayali, die ja aus meiner Heimatstadt stammt und mir, ebenso wie ihr als Arzt tätiger Vater, wohlbekannt ist: Ein Parade-Beispiel sowohl für „Alltags-Rassismus“, als auch für dafür, wie man dagegen „aufstehen“ kann. Ich erinnere mich gut an Zeiten, wo Dr. Hayali sehr sehr kritisch beäugt wurde....

Nach der Amokfahrt von Münster ging im Internet ein Video rum, auf dem zu sehen ist, wie kurz nach dem Anschlag zwei Inder von schwer bewaffneten Polizisten in der Nähe des Tatorts gestellt werden. Sie müssen sich auf den Boden legen und werden durchsucht. Es waren zwei Inder, die in der Stadt ausgehen wollten.

Was ich damit sagen will: Wenn du anders aussiehst als der typische Mitteleuropäer, dann musst du damit leben, dass du permanent von der Polizei nach dem Ausweis gefragt wirst. Es gibt Statistiken darüber, um wie viel öfter ein Schwarzer von der Polizei angehalten wird. Auf Dauer kannst man das, denke ich, als diskrimnierend und rassistisch empfinden.

Wer das nicht selbst erlebt, kann meines Erachtens nicht nachvollziehen, was das mit Leuten auf Dauer macht. Ich maße mir das jedenfalls nicht an, ich kann nur zuhören, wenn diejenigen dvon erzählen, die davon betroffen sind. Unter dem Hashtag MyToo gibt es jede Menge Berichte der Betroffenen.
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Monday, July 30th 2018, 10:07pm

@Abu
Die Mutter meines Schwagers ist Mexikanerin (er in Deutschland geboren und lernt grad mal spanisch) und er ist so der Film-Klischee-Typ „kolumbianischer Gangsterboss“. Er hat ne Bahncard100 und fährt jeden Werktag die gleiche Strecke. Auch einer der Schaffner ist immer der Gleiche.
„Guten Morgen, ihre Fahrkarten bitte.“
„Sie wissen schon, dass wir uns „kennen“ und eine Bahncard100 habe?“
„Ja. Und jetzt ihre Fahrkarte, bitte.“

Klingt erstmal nur nach einer peniblen Befolgung der Dienstanweisung....Wenn, ja WENN sich die Pendler auf der Strecke nicht oftmals kennen würden und dieser Fall eben ausschließlich bei ihm immer wieder eintritt...

Die ganzen Flughafen-Geschichten bezüglich Kontrollen lasse ich hier mal weg...
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Monday, July 30th 2018, 10:18pm

Ich hab nochmal was kopiert zum Thema „Alltags-Rassismus“, was ich ziemlich gut fand, da es stellenweise aufzeigt, was manche Menschen für sich selbst nicht als rassistisch einstufen, der Gegenüber aber VIELLEICHT schon:

........

Die stehen nämlich ganz unten, zusammen mit den Türken, den Afghanen und den Pakistanis. Und jetzt sag mir auch nur einer, dem sei nicht so.“


Ich weiß manchmal garnicht wo ich anfangen soll.

Zuerst, du hast die Libanesen vergessen, bzw. der Autor des Textes. Und da wir hier ja inzwischen so offen reden, so ehrlich, reden wir doch auch ehrlich über gewisse Unterschiede in den Kulturen. Und da sind es auch nach meiner Erfahrung gewisse Herkunftsländer, die schon auf ein nicht verstandenes Wort mit Krieg reagieren, statt zu fragen, was es denn bedeutet. Scheint dann immer eine Frage der Ehre zu sein. So viel Ehrlichkeit muss dann auch sein. Natürlich nicht alle - wie immer nur eine prägende Minderheit -, aber doch, und das mag wieder kulturell bedingt, zumindest bei der männlichen Variante und in Gruppen die Standardreaktion sein. Und nun zitiere ich mal aus deinem Text :

" Und sage mir jetzt keiner, dem sei nicht so."

'Darf man über Hitler lachen' war mal eine große Diskussion - in Deutschland - sonst nirgends. In England oder Frankreich sind heute Witze - ach vergiss es, mich kotzt es an, dass eine Nullnummer wie Özil, ein Schleimer vor seinem Herren hier diese Diskussion auslösen kann. Natürlich gibt es in Deutschland Rassismus, und ganz ehrlich, ganz besonders seit unsere ostdeutschen Kolegen dabei sind, so ehrlich waren wir doch schon oder? Aber Deutschland ist nicht rassistischer als jedes andere Land auf dieser Welt. Da geht es in asiatischen Ländern noch ganz anders ab. Oder ganz besonders in arabischen Ländern ( oder das politische ISRAEL, der Wahnsinn ) da kann man auch aus dem selben Land kommen, aber eben 'Schi' statt dem 'Su' vor der Religion haben. Übrigens geht Rassismus oft, auch in Deutschland immer von 2 Seiten aus. Doe Opferrolle zieht halt, wie das Verbrecherpack von der AFD uns aufzeigt.

Ich erinnere mich an eine Geschichte des Titanic-Redakteurs, der an der Strasse stand und einem Taxi gewunken hat. Das Taxi hielt an und ein paar Meter weiter steht ein Farbiger, der wohl ebenfalls ein Taxi wollte, und schreit zum Redakteur 'Scheiss Rassist', worauf dieser Antwortet - 'Von einem Nigger wie dir, lasse ich mich nicht Rassist nennen"

Ich weiß, das verstehen jetzt einige nicht, aber so wie "Nigger" die wohl größtmögliche Beleidigung für einen Schwarzen ist, wobei ja jetzt "Schwarz" auch schon wieder nicht mehr ok ist - also Farbiger - so ist für MICH das Wort "Rassist" der Verbalhammer, wo ich umschalte bzw. ausraste. Und kein anderes Wort hat sich die Millionärsfratze Özil für seine Kritiker rausgesucht, mir scheissegal wer den Text geschrieben hat, er hat ihn abgesegnet - UND NEIN - einer der sich von seinem Vater lossagt, der sich einen anderen Manager sucht, der muss mir nicht mit der Dummheitsausrede oder Muttegefühlen kommen - der Junge ist ein knallharter Geschäftsmann.

What ever -

Ich wurde mit einem Neger und Jim Knopf groß, es gab Negerküsse und Zigeunerschnitzel, und es gab für mich in meiner Jugend nicht einen Augenblick, wo ich auch nur einen Moment darüber nachgedacht hätte, dass damit Menschen gemeint wären, oder diese dadurch beleidigt sein könnten. Ich kann dies selbst heute schwer nachvollziehen, weil Worte wie Neger oder Zigeuner nur im Ohr des Rassisten ein Schimpfwort sein können. Wenn sich offenbar angesprochenen Menschen allerdings durch solche Ausdrücke tatsächlich beleidigt fühlen sollten, dann habe ich null Problem damit, diese Wörter von Speisekarten oder aus Jugendbüchern zu streichen. Und wer sich deshalb in seiner Meinungs / Sprachfreiheit oder sonstigem Geschwurbel eingeschränkt fühlt, der hat dann doch ganz klar rassistische Gedanken in der Birne. Etwas ganz anderes gilt für mich bei dem Wort " Weihnachtsmarkt ", das haben dann wiederum die Muslime oder die Glaubensangehörigen des Spaghettimonsters auszuhalten.

Ganz zum Schluss:

Arsch huh, Zäng ussenander - Nicht sein Berater, Özil war zum x-ten mal bei Erdogan zum Teetrinken. Er hat bis heute jegliche Kritik vermissen lassen. Kritik an Erdogans Handeln. Respekt vor dem Amt hatten die Deutschen 1933-1944 auch jede Menge und vor jeder Menge Ämter und waren dabei noch in einer anderen Lage als der Millionär Özil heute. Der hat nun aus seiner sicheren Deckung den Joker gezogen und sich damit aus seiner Verantwortung verabschiedet.

Ich lasse ihm das nicht durchgehen, für mich ist er durch, der hat 'Rassist' geschrien um sich zu schützen, der hat die größtmögliche Waffe benutzt, ohne mit der Wimper zu zucken.

Möge Erdogan ihm für immer die Augen küssen. Mit Zunge.
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Monday, July 30th 2018, 11:07pm

@Bürgi
Deine Beispiele sehe ich differenziert von den Beispielen des Verfassers, die ich kopiert habe. Zusätzlich geben heute zahlreiche Migrationsforscher zu bedenken, dass die Probleme des „Alltags-Rassismus“ eben auch darin liegen, dass dieser früher hingenommen wurde, WEIL viele Migranten es eben eher hingenommen haben als heute die besser Integrierten.
Nur mal so ganz wertfrei.
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Monday, July 30th 2018, 11:19pm

@ smokie

und ich glaube, ohne den existierenden Rassismus auch nur ansatzweise leugenen zu wollen, dass es grade unter den besser Integrierten auch eine Art Hype, nein, eine Hysterie um den in ihrem Augen 'täglichen Rassismus' gibt. Was zum Teufel ist an der Frage, ' Wo kommen Sie ürsprünglich her ?' eigentlich so rassistisch ? Ich interessiere mich für meinen Gegenüber und bin Rassist.

Wie hätte ich Indien auf meiner Liste abhaken sollen, hätte ich die Kleine damals nicht gefragt, wo sie ursprünglich herkommt?

<- Scheiss Sexist!
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Monday, July 30th 2018, 11:25pm

Ich selbst halte auch MANCHES für übertrieben, sehe allerdings keinen „Hype“. Ich kann es allerdings repräsentativ weder bejahen, noch verneinen
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