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#1926 RE: Eine kleine Nachtmusik. von Graf Wetter vom Strahl 09.07.2018 01:01

Lieber Van Gool, lieber Burli, lieber Nobby, liebe Gemeinde,

Ihr habt "Slash" gesagt und "Bonamassa" und "Jethro Tull". Das passt mir ganz gut. Denn über diese drei "Bereiche" habe ich auch in letzter Zeit immer wieder mit Freunden gesprochen.

Gerade ist ja die supertolle "Appetite For Destruction"-Box erschienen, die ich aber weder gekauft noch sonstwo angehört habe. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, ich halte dieses Album für eines der überschätztesten der Rockmusikgeschichte. Für mich ist das keineswegs ein Geniestreich, sondern dummer, dumpfer, simpler Pseudopunkrock. Die meisten Songs auf dieser Platte sind peinlich, und da schließe ich "Paradise city" und "Welcome to the jungle" ausdrücklich ein. Das Lick von "Sweet child o´ mine" stammt bekanntlich aus einem Gitarrenübungsbuch, einem für Anfänger wohlgemerkt. Wenn ich lese, daß dieses Album als "Heavy Metal" gehandelt wird und bei Umfragen zum besten Metal-Album aller Zeiten sogar irgendwo auf Platz 1 erschien, weiß ich nie, ob ich lachen oder weinen soll. Das ist pubertäre Poserei, weiter nichts. Die beiden "Illusion"-Alben von GnR sind bedeutend besser.

Joe Bonamassa ist momentan die überflüssigste Dummbratze im ganzen Business. Ich habe keinen Schimmer, was die Leute an dem finden. Er nervt ganz einfach kolossal. Er hat keinen eigenen Ton, und dennoch heben ihn alle genau dafür auf das seit Claptons kontinuierlichem, altersbedingten Niedergang freie Blueshero-Podest. Mich nervt Bonamassas Herumgehample mit alten Les Pauls, mich nervt sein Gesang (!), mich nervt, daß es jede Woche eine neue Veröffentlichung von ihm gibt und er auf tausenden Platten anderer Künstler mitspielt. Tiefgang und Qualität generiert man sicher auf anderen Wegen...

Jethro Tull habe ich bisher noch nicht genauer angehört, aber seit einigen Wochen bin ich in den Abendstunden, wenn es geht, schwer damit beschäftigt, mich in den klassischen Progrock reinzuwuppen. Die einzige Platte, die ich schon lange kannte, war der "Crimson King", bei dem gefallen miraber das Gitarrenspiel von Fripp und der Gesang von Lake nicht. Robert Fripp ist eine der gruseligsten Gestalten im ganzen Prog-Zirkus, er hat noch jeden aus der Band geekelt und bei seinem Unterricht am Berklee-College (ich glaube, dort ist es) versucht er seine Schüler von seinem Alternative Tuning, seinem total anderen System die Saiten zu stimmen, zu überzeugen. Komischer Kauz.

Was den Gesang angeht, da scheint es zum guten Ton zu gehören, daß im Progressive Rock der Sänger nicht wirklich singen können darf. Keine Ahnung, wieso nicht. Ist viell. nicht chic, lenkt von der Progression ins Unendlich ab. Aber Greg Lake ist selbst für dieses Genre etwas dürftig. Meine Lieblings-Prog-Band ist Yes. Ihr Album "Close To The Edge" ist mein absoluter Favorit, gefolgt von "Selling England By The Pound" von Genesis und "Zeit" von Tangerine Dream. Und "Red" von King Crimson ist auch sehr gut. Pink Floyd verachte ich nach wie vor, das ist für mich Musik für Unmusikalische, vollständig auf Effekte berechnet, gut zur Beschallung von Baumärkten geeignet, es besteht eigentlich so gut wie immer aus der sämig vorgebrachten II-V-Akkordverbindung, wen das nicht nach spätestens zehn Minuten nervt, der guckt vermutlich auch FC-Testspiele über die volle Distanz. [rolling_eyes]

Hört hier eigentlich jemand neueren Prog-Rock? Porcupine Tree/Steven Wilson? Da wird ja viel Gewese drum gemacht. "In Absentia" ist ein tolles Album, wenn die "harten" Stellen auch eher als Zimtlatschenmetal rüberkommen, und "Raven That Refused To Sing" ist dank Guthrie Govan und Marco Minneman ein tolles Stück Fusion-Prog geworden. Respekt für diese beiden Platten. Ansonsten macht mir auch Steven Wilson zuviel, ich hab da keinen Überblick, er mixt ja gerade auch noch jede LP neu, die es einmal gegeben hat. Und singen kann natürlich auch der nicht. Egal.

Da meine Lieblingsmusik, bei der der Sänger unbedingt singen können muß und eigentlich auch die restlichen Bandmitglieder, eh etwas ist, das nur sehr wenige Menschen wirklich kennen und hören, freue ich mich über jeden Zuwachs dieser kleinen, feinen Musiker-Familie. Im Grunde sind es viell. zwei Hände voller Bands, die 90% meines CD- und LP-Bestandes ausmachen. In diesem Jahr ist Harem Scarem noch dazugekommen, deren Gesamtwerk aus 14 Studioalben besteht, wovon genau die eine Hälfte Weltkulturerbe und die andere totaler Scheißdreck ist. Die Jungs haben aber auch immer mal was Neues gemacht. Bei Rush ist es dasselbe, mindestens die Hälfte ihrer Platten hab ich wieder aussortiert - etwa acht, neun Alben sind allerdings umwerfend und famos und gehören zum Besten, was es je gegeben hat.

Geht das nur mir so, daß ich da so kleinlich und kritisch bewerte, oder kennt Ihr das auch von Euch? Ich kenne außer Led Zep keine einzige Band, von der tatsächlich so gut wie alles toll war oder ist. Und häufig ist meine Meinung nicht unbedingt die der Musikjournalisten, wie ich festgestellt habe. Naja.

Zum Schluß noch ein paar links, ob sie jemand anklickt oder nicht, ich habe es gepostet. Es hat alles mit den zehn 21.Jhdt-Alben aus dem Nachbarthread zu tun:

https://www.youtube.com/watch?v=amlHgE0QOgQ (Jane´s Addiction)

https://www.youtube.com/watch?v=B5MH4D_42hA (Extreme)

https://www.youtube.com/watch?v=5rcmXS2-e0g (Harem Scarem)

91Wo" target="_blank">https://www.youtube.com/watch?v=x19Jo91Wo (Europe)

#1927 RE: Eine kleine Nachtmusik. von joergi 09.07.2018 02:30

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Wirst bestimmt lachen, aber zu Deinen Einschaetzungen von den beiden Metalica und Guns gebe ich dir Recht.
Habe mir dank einer heute guten Internet Verbindung sogar deine Vorschlaege rein gezogen, 3 Teilnehmer sorgten fuer Abbruch,
Harem Scarem haben es aber durchgehalten, sogar vier weitere Lieder lang, die sind fuer mich gangbar.

Schade das es hier ums neue Jahrhundert geht, Marillion, Blackmores Night und auch Cinderella vermisse ich hier.

#1928 RE: Eine kleine Nachtmusik. von joergi 09.07.2018 02:35

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Zitat von joergi
Wirst bestimmt lachen, aber zu Deinen Einschaetzungen von den beiden Metalica und Guns gebe ich dir Recht.
Habe mir dank einer heute guten Internet Verbindung sogar deine Vorschlaege rein gezogen, 3 Teilnehmer sorgten fuer Abbruch,
Harem Scarem haben es aber durchgehalten, sogar vier weitere Lieder lang, die sind fuer mich gangbar.

Schade das es hier ums neue Jahrhundert geht, Marillion, Blackmores Night und auch Cinderella vermisse ich hier.


Ach und Dokken, die gehen immer, vielleicht noch WASP, Moetley Crue nach dazu, verdammt Savatage glatt vergessen.

#1929 RE: Eine kleine Nachtmusik. von smokie 09.07.2018 06:52

Puh, ganz schöner Overkill, wenn man hier länger nicht gelesen hat....bin ja noch dabei, 4 Tage „rundumdieUhr-Metal“ vom Graspop zu verarbeiten....als du, Graf, „Slash“ aufgegriffen hast, brauchte ich erstmal n bisschen, bis ich gerafft habe, dass du nicht die Band meintest (hab nämlich vergeblich nach deinem Statement zu ihr gesucht ), sondern den Gitarristen (übrigens der einzige Lichtblick bei Guns n Roses an dem WE...)

Zu allem anderen gebe ich Dir Recht, was AfD (was für eine Abkürzung für das Roses-Album ) betrifft und auch Bonamassa. Den wollte ich mir eigentlich live geben letztens, aber durch seine Eintrittspreise würde ich davor bewahrt

Du hast mir Janes Addiction übrigens näher gebracht: Danke! Die find ich großartig!!!

#1930 RE: Eine kleine Nachtmusik. von nobby stiles 09.07.2018 08:53

Grafens Bewertung über Greg Lake find ich schon sehr speziell und abenteuerlich. Für mich eine der besten Stimmen im ProgRock der 70iger.
Man hätte zB Ginger Baker auch raten können sich aufs trommeln zu beschränken. Hat er aber nicht immer.
Auch wenns mehr Sprechgesang war, aber es passte halt.
Und Cream und Blind Faith sowieso.
Aber es immer natürlich Geschmackssache.
Weiß nicht ob hier David Surkamp von Pawlovs Dog bekannt ist.
Eine großartige Stimme.
Late November. Julia oder Gold nuggets, um einige zu nennen

#1931 RE: Eine kleine Nachtmusik. von nobby stiles 09.07.2018 09:15

Noch was zum Geschmack bzw zur Magie der ganz besonderen Momente und der damit verbundenen Erinnerung.
Ich war im Sommer 1980 beim Barclay James Harvest Konzert vorm Reichstag.
Wenn man hier BJH im Zusammenhang mit guter Mukke etc bringen würde wäre man wahrscheinlich unten durch.
Dieses Konzert war eines der größten Erlebnisse dieser Art.
Was für ein Tag bzw Abend bzw Nacht.
Und es gibt wahrscheinlich 1000 bessere Musiker, Sänger, Drummer usw......

#1932 RE: Eine kleine Nachtmusik. von Graf Wetter vom Strahl 09.07.2018 14:37

Zitat von joergi
Wirst bestimmt lachen, aber zu Deinen Einschaetzungen von den beiden Metalica und Guns gebe ich dir Recht.
Habe mir dank einer heute guten Internet Verbindung sogar deine Vorschlaege rein gezogen, 3 Teilnehmer sorgten fuer Abbruch,
Harem Scarem haben es aber durchgehalten, sogar vier weitere Lieder lang, die sind fuer mich gangbar.

Schade das es hier ums neue Jahrhundert geht, Marillion, Blackmores Night und auch Cinderella vermisse ich hier.



Lieber Jörgi,

erstmal Respekt, daß Du nach unserem kleinen Scharmützel letztens so entspannt und völlig normal auf mich antwortest - obwohl ich da doch etwas harsch rangegangen war. Das bringt nicht jeder, imponiert mir, Du hast Eier! Doch das war mir auch vorher schon klar, man kennst sich ja ein bisserl im Netz durch die ganzen Jahre...

Und Du hast mir eine große Freude gemacht, daß Du ausgerechnet Harem Scarem weitergehört hast!! Sag mir bitte, was man von Marillion hören sollte, ich habe immer wieder deren Namen vernommen, aber nie einen Albumtitel mitgeliefert gekriegt. Aber ich weiß, daß viele sie sehr schätzen. Ihr Höhepunkt war in den 80ern, richtig?

Also, mit WASP und Motley Crue kannste mich jagen , aber Du hast Savatage erwähnt, die auch zu meinen Lieblingsbands gehören.

Savatage hatten zwei geniale Sänger, erst Jon Oliva mit seiner unfaßbaren kreischenden Stimmakrobatik (die ihn selbige schließlich gekostet hat), dann Zak Stevens, den ich sogar noch lieber mag, weil er deutlich tiefer und sanfter klingt. Mit Oliva ist natürlich "Hall Of The Mountain King" das beste Album, mit Stevens "Wake Of Magellan", das ich als beste Savatage-LP überhaupt allen ans Herz legen möchte, die auf geschmackvollen und gesanglich wie instrumental sehr anspruchsvoll ausgearbeiteten Metal stehen!

Zudem geht es in "Wake Of Magellan" um eine sehr geistreiche Geschichte, die sowohl einen realen Vorfall auf einem riesigen Ozeanfrachtschiff thematisiert, auf dem der Kaptitän blinde Passagiere, um nicht in Zeitrückstand zu geraten und seine Karriere zu gefährden, einfach über Bord hat werfen lassen, anstatt sie, wie es Seegepflogenheiten vorschreiben, am nächsten Hafen in Polizeigewahrsam zu geben. Und die ebenfalls wirklich geschehene Ermordung der irischen Journalistin Veronica Guerin ist Thema, die sich mit der britischen Mafia angelegt hatte und trotz Drohungen weiter recherchiert und publiziert hatte.

Grüße, Einstein

#1933 RE: Eine kleine Nachtmusik. von Graf Wetter vom Strahl 09.07.2018 14:42

@ Smokie: Ich meinte gestern schon die Band, über Slash haben wir ja mal mit mehreren vor wenigen Jahren viel geredet und waren uns alle einig: Wir teilten Deine Ansicht. Natürlich.

Ja, Bonamassa ist eine einzige Gelddruckmaschine. Aber wie das so ist beim Hype: Die meisten machen mit. Oder immer genügend Leute.

Freut mich, das mit Jane´s Addiction. Der Burli liebt die ja auch und schreibt immer wieder mal was zu denen! Nur meide ihre vierte und letzte LP, den "Escape Artist"! Der Rest ist sehr gut bis umwerfend.

@ Nobby: Man darf seine Dingsheit, den Grafen, hier auch direkt ansprechen. Auch und besonders, wenn es kritisch gemeint ist.

Zum Singen in den 60ern: Da waren jede Menge Totalausfälle am Start. Der aller-, aller-, aller- aber wirklich allerschlimmste war John Mayall. Un-glaub-lich, daß ihn niemand erschlagen hat damals. Clapton ist das so auf den Geist gegangen, daß er gegangen ist. Mein Plattenhändler in D, der natürlich gebürtiger NLer ist, hat in den 80ern mal für Mayall einen Gig ausgerichtet und erzählt, daß der Spinner ihm das Catering untersagt hat seinen eigenen Wagen vonn Getränke und Verpflegung mitgebracht, weil er das Zeugs selbst unter die Leute bringen wollte.

Hendrix war ein fürchterlicher "Sänger", grausam. Ray Davies von den Kinks, naja, Jack Bruce von Cream fand ich immer genial, allerdings, wenn man es nüchtern betrachtet, konnte auch er nicht richtig singen, also eine Stimme formen, Töne rein angehen usw. Auch Jim Morrison von den Doors war kein guter Sänger, er hat nur so getan, was aber auch eine gewisse Kunstfertigkeit benötigt. Mick Jagger von den Stones hat nichtmal so getan, er hatte es nicht nötig. Die Vokalisten von Moody Blues oder Procol Harum - grausam! Sehr viele Gruppen hatten richtig schlechte Sänger damals, es gab aber auch absolut herausragende.

Paul Rodgers von Free, Steve Mariott von Humble Pie, Roger Daltrey von den Who, Grace Slick von Jefferson Airplane und... ja, auch der... Paul McCartney von den Beatles waren exzellente Sänger. Ich gebe zu, daß darin eine gewisse Vorliebe von mir durchscheint, die für raue Stimmen nämlich.

Aber es gibt de facto sehr viele falsche Töne auf Platten der 60er zu hören, falschgestimmte Gitarren, aber besonders viele falsche Gesangsbemühungen. Das ist in der Toningenieursszene auch bekannt. Wahrscheinlich gehört es mit zu diesem bestimmten Flair, das wir mit dieser Zeit verbinden. Man darf dabei aber nicht vergessen, daß es mangelnde musikalische Fähigkeiten waren, die dem zugrunde lagen, und nicht eine bewußte Entscheidung, einen Viertelton daneben zu singen (was durchaus gewollt sein kann, ich habe ja mal über blues notes in einem anderen Thread ellenlang was geschrieben).

Natürlich höre auch ich Platten, bei denen der Gesang nicht gut ist. Ist bei Hendrix ja auch nicht das wichtigste.

#1934 RE: Eine kleine Nachtmusik. von joergi 09.07.2018 15:20

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Mensch Graf, das war doch kein Scharmuetzel, das war einfach Deine Meihnung, damait kann ich leben.
Ich habe Eier, dickes Fell und meine eigene Meihnung, also alles GUT
Bei Marillion kann ich einfach keine Album Empfehlung geben, die sind sich immer treu geblieben.

Jetzt hau aber bitte mal raus, was Du von Cinderella haelst, finde die Cool, auch wenn der Imperator mich dafuer sicher steinigen wird.

#1935 RE: Eine kleine Nachtmusik. von nobby stiles 09.07.2018 16:12

Zitat von Graf Wetter vom Strahl
@ Smokie: Ich meinte gestern schon die Band, über Slash haben wir ja mal mit mehreren vor wenigen Jahren viel geredet und waren uns alle einig: Wir teilten Deine Ansicht. Natürlich.

Ja, Bonamassa ist eine einzige Gelddruckmaschine. Aber wie das so ist beim Hype: Die meisten machen mit. Oder immer genügend Leute.

Freut mich, das mit Jane´s Addiction. Der Burli liebt die ja auch und schreibt immer wieder mal was zu denen! Nur meide ihre vierte und letzte LP, den "Escape Artist"! Der Rest ist sehr gut bis umwerfend.

@ Nobby: Man darf seine Dingsheit, den Grafen, hier auch direkt ansprechen. Auch und besonders, wenn es kritisch gemeint ist.

Zum Singen in den 60ern: Da waren jede Menge Totalausfälle am Start. Der aller-, aller-, aller- aber wirklich allerschlimmste war John Mayall. Un-glaub-lich, daß ihn niemand erschlagen hat damals. Clapton ist das so auf den Geist gegangen, daß er gegangen ist. Mein Plattenhändler in D, der natürlich gebürtiger NLer ist, hat in den 80ern mal für Mayall einen Gig ausgerichtet und erzählt, daß der Spinner ihm das Catering untersagt hat seinen eigenen Wagen vonn Getränke und Verpflegung mitgebracht, weil er das Zeugs selbst unter die Leute bringen wollte.

Hendrix war ein fürchterlicher "Sänger", grausam. Ray Davies von den Kinks, naja, Jack Bruce von Cream fand ich immer genial, allerdings, wenn man es nüchtern betrachtet, konnte auch er nicht richtig singen, also eine Stimme formen, Töne rein angehen usw. Auch Jim Morrison von den Doors war kein guter Sänger, er hat nur so getan, was aber auch eine gewisse Kunstfertigkeit benötigt. Mick Jagger von den Stones hat nichtmal so getan, er hatte es nicht nötig. Die Vokalisten von Moody Blues oder Procol Harum - grausam! Sehr viele Gruppen hatten richtig schlechte Sänger damals, es gab aber auch absolut herausragende.

Paul Rodgers von Free, Steve Mariott von Humble Pie, Roger Daltrey von den Who, Grace Slick von Jefferson Airplane und... ja, auch der... Paul McCartney von den Beatles waren exzellente Sänger. Ich gebe zu, daß darin eine gewisse Vorliebe von mir durchscheint, die für raue Stimmen nämlich.

Aber es gibt de facto sehr viele falsche Töne auf Platten der 60er zu hören, falschgestimmte Gitarren, aber besonders viele falsche Gesangsbemühungen. Das ist in der Toningenieursszene auch bekannt. Wahrscheinlich gehört es mit zu diesem bestimmten Flair, das wir mit dieser Zeit verbinden. Man darf dabei aber nicht vergessen, daß es mangelnde musikalische Fähigkeiten waren, die dem zugrunde lagen, und nicht eine bewußte Entscheidung, einen Viertelton daneben zu singen (was durchaus gewollt sein kann, ich habe ja mal über blues notes in einem anderen Thread ellenlang was geschrieben).

Natürlich höre auch ich Platten, bei denen der Gesang nicht gut ist. Ist bei Hendrix ja auch nicht das wichtigste.

Klar war Bruce gut, aber sowas von !!!
Und natürlich waren da keine ausgebildeten Sänger dabei , und das wars auch nicht, und nicht nur bei Hendrix, worauf es ankam.
Es war was ganz anderes.
Wir hatten vom Gefühl her ein gutes Gefühl!!!!!!!
Das wars worauf es ankam.
Ob Gary Brooker bei Whiter shade...... falsch sang oder den Ton nicht traf, phhhh, dafür hattsde beim Klammerblues garkeine Zeit das zu bemerken.
Das war nur Begleitmusik für was viel größeres

#1936 RE: Eine kleine Nachtmusik. von Graf Wetter vom Strahl 10.07.2018 02:07

@ Nob: Sieh mir nach, daß ich diese Perspektive auf die 60er nicht einnehmen kann, leider, ich wäre gerne auch dabei gewesen, das kannst Du mir glauben.

@ Jörgi: Cinderella kenne ich gar nicht und Du meinst ja sicherlich nicht Bonnie Bianco, oder?

Übrigens habe ich am Nachmittag den besten Sänger der 60er ganz vergessen: Eric Burdon von den Animals! Ich meinte mit Singenkönnen auch keine Ausbildung oder so etwas, was gäbe es Bescheuerteres, als daß eine olle Konservatoriums-Trulla einem Rocksänger das durch die Knie-ATmen beinbrächte??!! Nee, nee, ich meinte das Selbstentwickeln der eigenen Stimme. Aber das ist es gerade, die meisten verharren ein Leben lang bei dem Chorknabenausdruck, den jeder von uns hat, wenn er das erste Mal in ein Mikro sabbert.

#1937 RE: Eine kleine Nachtmusik. von nobby stiles 10.07.2018 10:59

Zitat von Graf Wetter vom Strahl
@ Nob: Sieh mir nach, daß ich diese Perspektive auf die 60er nicht einnehmen kann, leider, ich wäre gerne auch dabei gewesen, das kannst Du mir glauben.

@ Jörgi: Cinderella kenne ich gar nicht und Du meinst ja sicherlich nicht Bonnie Bianco, oder?

Übrigens habe ich am Nachmittag den besten Sänger der 60er ganz vergessen: Eric Burdon von den Animals! Ich meinte mit Singenkönnen auch keine Ausbildung oder so etwas, was gäbe es Bescheuerteres, als daß eine olle Konservatoriums-Trulla einem Rocksänger das durch die Knie-ATmen beinbrächte??!! Nee, nee, ich meinte das Selbstentwickeln der eigenen Stimme. Aber das ist es gerade, die meisten verharren ein Leben lang bei dem Chorknabenausdruck, den jeder von uns hat, wenn er das erste Mal in ein Mikro sabbert.

Kein Problem, ich red aber von den 70igern. Von Open Air und vollgekifften Hallen.
Von Osibisa, Santana, Uriah Heep, Humble Pie, Doldinger, Birth Control, Can, Colosseum, Ekseption, Golden Earing, Pink Floyd,
Cockney Rebel, Atlantis, Jethro Tull ............

#1938 RE: Eine kleine Nachtmusik. von Graf Wetter vom Strahl 11.07.2018 00:47

Ah, die 70er. Dann darf ich Deine Auflistung noch ein wenig ergänzen...

https://www.youtube.com/watch?v=UNilsLf6eW4 (das größte Instrumental der Rockgeschichte)

https://www.youtube.com/watch?v=ekygM0TGQNE

#1939 RE: Eine kleine Nachtmusik. von 11.07.2018 06:13

Übermorgen gibt's was auf die Ohren.
Neurosis!

https://www.youtube.com/watch?v=gXdCWpgbX98&frags=pl%2Cwn

#1940 RE: Eine kleine Nachtmusik. von smokie 11.07.2018 07:41

Hach ja, die Gnade der frühen Geburt...ich hätte da auch gern gelebt bzw. meine Jugend usw. durchlebt, in der Zeit der unrasierten Muschis

#1941 RE: Eine kleine Nachtmusik. von smokie 11.07.2018 16:05

So, heute Mittag mal schnell in eine neue Errungenschaft reingehört.

Panic: Epidemic.

Ihr Debüt-Album von 1990. Danach kam leider nur noch Müll, aber DAS ist wirklich geiler Old School Trash-Metal

#1942 RE: Eine kleine Nachtmusik. von burlesque 11.07.2018 18:13

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Welcome to Europe, Donald!
https://www.youtube.com/watch?v=Ee_uujKuJMI

#1943 RE: Eine kleine Nachtmusik. von smokie 11.07.2018 18:22

Zitat von burlesque
Welcome to Europe, Donald!
https://www.youtube.com/watch?v=Ee_uujKuJMI


Schöner Push für „American Idiot“

#1944 RE: Eine kleine Nachtmusik. von joergi 11.07.2018 18:27

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Zitat von tromm
Übermorgen gibt's was auf die Ohren.
Neurosis!

https://www.youtube.com/watch?v=gXdCWpgbX98&frags=pl%2Cwn



Ganz harter Tobak, das schreit ja gerade nach Massen Selbstmord im Winter.
Doom Metal ist nicht mein Ding, nette Abwechslung, jedoch nicht meins.

#1945 RE: Eine kleine Nachtmusik. von RvG 11.07.2018 19:16

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Sehr geehrter Graf von Wetterstrahl und Donnerpeng .
Hier sind sie zu weit gegangen.....

Zitat ... " Pink Floyd verachte ich nach wie vor, das ist für mich Musik für Unmusikalische, vollständig auf Effekte berechnet, gut zur Beschallung von Baumärkten geeignet, es besteht eigentlich so gut wie immer aus der sämig vorgebrachten II-V-Akkordverbindung, wen das nicht nach spätestens zehn Minuten nervt, der guckt vermutlich auch FC-Testspiele über die volle Distanz. [rolling_eyes] ...... "


Schon in sehr jungen Jahren und beseelt von heiligen Pflanzen war mir klar welcher Göttlichkeit ich lauschen durfte wenn " Atomic Heart Mother " oder " Animals " an mein Ohr drang .

Ich lasse mir doch nicht meine Heiligen Messen , auf Waldes Lichtung bis Bordsteinkante , von reiner Analytik kaputt machen .
Schon irgend " so ne verkackte Google - Seite " sagt....


....

Die Forderung nach Richtigkeit von Analysenergebnissen ist von fundamentaler Bedeutung für die Analytik sowie für die Relevanz der aus ihr abgeleiteten Interpretationen und Gutachten. Doch für den Analytiker – auch wenn dieser von der Effizienz und Wahrhaftigkeit seiner Methode überzeugt ist – bleibt der Wert, den er aus der Analyse erhält, nur eine Annäherung mit einer gewissen hinreichenden Wahrscheinlichkeit an einen ideellen, abstrakten Wert – den „WAHREN WERT“



.....


So , da ham wir es.


Wobei wir selbstverständlich " abstrakten Wert " durch " wehe du sagst das nochmal " ersetzen können und " Wahren Wert " durch " Schnauze , ich hab recht " .


Bei Zuwiderhandlung , Graf Donnerstrahl zu Wetterpeng , drohe ich mit der in meiner Religion manifestierten Tabu - Bestrafung .


https://www.youtube.com/watch?v=7jRDWzo3NtI



Da geht die Sonne unter , das passt auf keinen Rinderarsch ....


So....


https://www.youtube.com/watch?v=SKUfuS24O-I








#1946 RE: Eine kleine Nachtmusik. von Graf Wetter vom Strahl 11.07.2018 19:17

#1947 RE: Eine kleine Nachtmusik. von Graf Wetter vom Strahl 12.07.2018 00:14

Zitat von RvG

Die Forderung nach Richtigkeit von Analysenergebnissen ist von fundamentaler Bedeutung für die Analytik sowie für die Relevanz der aus ihr abgeleiteten Interpretationen und Gutachten. Doch für den Analytiker – auch wenn dieser von der Effizienz und Wahrhaftigkeit seiner Methode überzeugt ist – bleibt der Wert, den er aus der Analyse erhält, nur eine Annäherung mit einer gewissen hinreichenden Wahrscheinlichkeit an einen ideellen, abstrakten Wert – den „WAHREN WERT“


Genau das hab ich neulich noch zu unserem Postboten gesagt, als er wieder eine Zeitschrift in den Briefkasten geknickt hatte, und weißt Du, was er erwiderte?

"Die Approximationsalgorithmen für statistische Wahrscheinlichkeiten unterscheiden sich nur unsignifikant von lehrbuchmäßig durchgeführten Inferenzen der deduktiven Wahrheitswerttabellen."

Tja, was willste dazu noch sagen?

Von einer LP, die mir heute zum Geschenk gemacht wurde:

https://www.youtube.com/watch?v=scJ8ITsZ...D0E73B3&index=2

#1948 RE: Eine kleine Nachtmusik. von AbuHaifa 12.07.2018 09:07

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Was ist denn hier los? Der Nachtmusik-Thread verkommt ja immer mehr zum Feuilleton für Pseudo-Intellektuelle. Nur weil man verschrubbelt schreibt, ist man noch lange kein Literat.

Hier mal was für Geradlinige.

Tom Robinson Band - 2, 4, 6, 8 Motorway

https://www.youtube.com/watch?v=ar_saHB60qU

#1949 RE: Eine kleine Nachtmusik. von AbuHaifa 12.07.2018 09:13

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Ian Dury and the Blockheads - Sex and Drugs and Rock 'n' Roll

https://www.youtube.com/watch?v=xTeHS2Hcb-0

#1950 RE: Eine kleine Nachtmusik. von AbuHaifa 12.07.2018 09:25

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Habe gestern in einem Second Hand Shop für einen Euro dieses großartiges Live-Konzert aus dem Paradise Theatre in Boston erstanden.

Hollands hottest Cha-Cha-Band: Herman Brood and His Wild Romance. Es war die erste Tour der "Broodjes" durch die USA. Der Versuch auf dem nordamerikanischen Kontinent Fuß zu fassen, scheiterte letztendlich an Hermans Heroin-Sucht, die ihn in Konflikt mit den US-Behörden brachte. Lustig: Die Amerikaner dachten zuerst, die Band würde Herman Brood and his Wild Romans (die wilden Römer) heißen, weil der Manager das am Telefon nicht richtig ausgesprochen hatte.



https://www.youtube.com/watch?v=QqT7PjStfUM

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