#1 Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von Graf Wetter vom Strahl 27.11.2019 14:12

Nun ist er´s also nicht geworden. Es kam für viele von uns völlig überraschend, daß man beim FC auch weiterhin auf die Dienste von Thorsten Legat verzichten zu können glaubte. Mit welchem Erfolg, wird man noch sehen, fürchte ich. Und ich persönlich vermute, der Grund, daß Legat doch nicht zum FC gekommen ist, war: Horst Heldt hatte Angst vor ihm. Da ich annehmen muß, daß es vielen Usern hier im Forum ähnlich gehen wird und sie Angst vor Thorsten Legat, dem Abstieg oder Greta Thunberg haben, möchte ich in diesem Thread gern über etwas vollkommen anderes als Thorsten Legat sprechen.

Nämlich über Bundesliga-Trainer. Und ob sie sich in die Manager-Kaste zurückgezogen haben (dazu gleich)? Seitdem das Spielgeschehen für mich etwas in den Hintergrund gerückt ist, staune ich umso mehr über den Trainerberuf, sein öffentliches Standing, seine sportlichen Einflußmöglichkeiten, seine finanzielle Entlohnung, seine Vertragsumstände und seine realen Halbwertzeiten. Außerdem irritiert mich, welche völlig unterschiedlichen Mode-Erscheinungen es im Business gibt. Mal ist der Weisheit letzter Schluß ein möglichst junger, unverbrauchter Mann, der vor Energie überbersten und die Spieler auf Augenhöhe, kumpelig und doch mit zielbewußter Hand ins neue Zeitalter befördern sollte.

Hat man dann festgestellt, daß lang nicht jeder Jungspund gleich ein Nagelsmann ist (und dieser selbst womöglich manchmal auch nicht), gibt es wieder die Kehrtwende und man setzt auf Altersweisheit und Erfahrung - oft unbeschadet der Ergebnisse, die solch geronnene Lebensweisheit in der Vergangenheit bei früheren Beschäftigungsverhältnissen einzufahren wußte.

Dann gibt es noch den Pool derjenigen, die immer da sind, weil sie mal da waren. Das scheint eine große Existenzberechtigung zu verleihen, daß man mal in der Bundesliga war als Trainer. Aus diesem Pool bedienen sich gewöhnlich Clubs wie der FC, wenn sie gar nicht weiter wissen. Bisweilen geht das eine Zeit lang gut, meist ist allerdings schon kompetenzbedingt ein Verfallsdatum eingebaut - geplante Obsolesenz sozusagen. Doch macht das eigentlich noch irgendwem was aus?

Ich habe immer mehr das Gefühl, das edle Handwerk des sportlichen Übungsleiters ist dabei, eine gewisse Diskrepanz zwischen Vertragslaufzeit und branchenüblichen Prozeduren (sprich: Entlassung oder Bettel hinschmeissen) in den Bereich des Absurden zu überschreiten. Das ist an sich nichts Neues, gewinnt aber eine neue Qualität nach meiner Einschätzung. Eine neue Qualität in Hinsicht auf den Floskeljargon der Managersprache, der bestimmte Verhaltensweisen nach sich zieht.

Ganz kurios war doch die Causa Beierlorzer-Hoffenheim. Da hat es sich etwas ausgezahlt, was einfach eine drollige Koinzidenz war. Doch Beierlorzer wird davon wohl profitieren, denn man "hat ja schon gesehen, daß er´s kann". Überhaupt quillt diese Form der Küchenpsychologie aus allen Ecken und Winkeln im Profifußball. Und mit ihr jene Phrasen, mit denen man beliebig Bullshit-Bingo spielen kann. Die Phrasen fallen immer noch. Nicht selten sogar auf die Füße. Herr Beierlorzer sagte, gerade zum ersten Mal in seinem Leben in der schönen Stadt Mainz angekommen, er freue sich auf die Herausforderung und glaube an den Erfolg, besonders weil "es" hier, in Mainz, mit ihm und dem Verein "besonders gut passe".

Was ist das? Höflichkeit? Zurückhaltung? Der Weg des geringsten Widerstandes? Wer auf dieser schönen, aber untergangsgeweihten Erde hat denn noch etwas von solchen Phrasen? Der Fan lacht sich doch kaputt. Die Medien sezieren solches Gebaren seit Jahrzehnten (also offenbar nicht mit Erfolg). Die Spieler warten ab, bis die den Typen selber vor sich sehen, denen ist gleich, was er in Kameras quasselt. Für wen also sagt man das? Wahrscheinlich doch für die Entscheider seines neuen Arbeitgebers, oder? Ist also die "Managerkaste" dabei, sich (ähnlich wie die FIFA oder andere Sportverbände) in ein eigenes Biotop zurückzuziehen, in eine eigene Etage, wo man weitgehend Pöstchen hin und her schiebt (Powerandi sagte bzgl. Beierlorzer so schön: "Man kennt sich, man sorgt füreinander") und sich gegenseitig versichert, daß jemand einen auffängt?

Ist das vielleicht am Ende (des Tages ) auch mit ein Grund, dessentwegen viele Trainer ihre Spieler nicht mehr über Jahre zu erreichen vermögen? Nicht mehr über längere Zeiträume "glaubwürdig" bleiben? Weil sie inzwischen -eine eigene "Kaste" bilden? Es war "Die Zeit", glaube ich, die den Begriff von der "politischen Kaste" geprägt und damit wohl etwas ähnliches gemeint hat. Isolierung, Realitätsentfremdung, elitäre Arroganz.

Ich habe den eigentlichen Thorsten-Legat-Thread tatsächlich nicht nur aus Jux und Dollerei eröffnet, sondern auch, weil ich dieses Geseiere und wohlfeile Geqatsche in der Manageretage einfach nicht mehr hören kann. Es gibt eigentlich nur zwei Fraktionen, die noch Widerstand leisten. Einmal die ultracoolen Kulttrainer, die bewußt unterturig fahren. Das sind solche Leute wie Hans Meyer, zu Teilen Streich in Freiburg, auf unserer lokalen Ebene hat es auch ein Peter Stöger lange Zeit getan. Und dann gibt es die Prolls, die - ebenfalls bewußt - von unten kommend auf Verbrüderungskurs mit dem Fußballfan sind und sich jedwedem sprechendem Krawattentum verweigern. Die haben selten auf höherer Ebene Erfolg - also eigentlich eher gar nicht - aber es gibt sie: Mario Basler oder eben Thorsten Legat.

Der Rest schwimmt mit, mal verhaltener (die große Majorität) und mal outrierter (Kloppo). Natürlich nutzt jeder Trainer Sprache, um sein Handwerk auszuüben. Denn allein durch Gesten oder Mimik wird er nicht alles kommunizieren können, was ihm wichtig ist. Und selbstverständlich bedienen sich auch immer mehr Spieler substanzloser Worthülsen, um Interviews geben zu können ohne dabei etwas sagen zu müssen. Aber wie verstehen sie einander denn überhaupt noch wirklich? Jeder weiß doch, daß der andere nur Phrasen drischt, und außer bei Klopp funktioniert "es" meiner Meinung nach eher bei den bewußt wortkargen und bullshitferneren Trainern, daß sie eine Mannschaft über lange Zeit erreichen können (Streich ist wohl ein Beispiel).

Ich möchte in diesem Thread gern Fußball-Bullshit-Bingo spielen und Trainer-Phrasen sammeln. Keine coolen Sprüche oder unfrewillig komischen Formulierungen, sondern bewußt lancierten Sprachmüll.

Und ich beginne mit Beierlorzers Achim und seiner instantanen Einsicht, "es passe" mit ihm und seinem neuen Club. Und zwar, weil er "den Verein schon lange begleitet" (??) und er "weiß, was für Stärken" er habe... mit einem Wort: Es gehe nicht um die vergangenen vier Monate in Köln (!!); sondern (und das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen)...

"um die Trainerpersönlichkeit Achim Beierlorzer".

Es gehe nicht darum, was er sportlich bewirken könne, sondern "für was stehe ich [Achim Beierlorzer] eigentlich". Und das, für was er steht (was immer es auch sei), das eben passt zu Mainz, wie es singt und lacht.

Da fällt auch mir eigentlich nix mehr zu ein.


Qualle: "https://www.sport1.de/tv-video/video/achim-beierlorzer-ueber-neuen-job-bei-mainz-05-das-passt__edTLZdlf_4m9XL5Hb3IgcPgaYZIZfT7R"

#2 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von Rehbock 27.11.2019 15:58

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by the way.....machst Du das eigentlich beruflich?

Es ist eine Wonne, Dich zu lesen, das möchte ich mal in allem Ernst sagen.

Zum Thema:

es gibt diese eine Art Trainer, die sagen: "Ich stehe für offensiven Fußball". Ich möchte die Jungs nach vorne treiben, mir ist ein 5:4 lieber als ein 1:0...

Die andere Spezies sagt: "Erst mal müssen wir hinten kompakt stehen. Nur aus einer sicheren Abwehr heraus, können wir gezielt nach vorne stoßen. blablabla, ein guter Sturm gewinnt Spiele, eine gute Abwehr gewinnt Titel.

Nach 40 Jahren Studium von hoch-mittelklassiger Fußballkunst fällt mir auf: die ersten sind eher jung und waren früher Stürmer, die anderen haben mehr Erfahrung und waren früher unbekannt.

Vielleicht haben die dieses Kastendenken, weil sie einfach in einer Kaste stecken: fern jeder zivilen Grundidee, keine gesellschaftlichen Dramen, da nach einem Job, egal ob mit oder ohne Erfolg für immer bar aller finanziellen Nöte.
Gisdol ist zB 50, hat 2 Jahre nicht gearbeitet, aber er hatte es bis jetzt nicht nötig, in die Niederungen des bezahlten Fußballs abzutauchen, obwohl er noch nie einen Job zu Ende machen durfte.

Das ist schon merkwürdig. Die leben in einer künstlichen Welt mit einem ganz beschränkten Vokabular, müssen eigentlich nichts leisten ab der Kastenzugehörigkeit- außer immer wieder den Druck zu betonen, unter dem sie und ihresgleichen stehen.

Aber wie ein Soldat müssen sie immer wieder den Wohnort wechseln.

Tauschen möchte ich nicht, dafür ist mir diese Fußballwelt einfach zu blöd.

#3 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von Graf Wetter vom Strahl 27.11.2019 16:38

Danke, lieber Rehbock, aber das geht mir zu weit. Das ist mir im Ernst unangenehm, es gibt hier sooo viele richtig geniale Schreiber und jede(r) auf seine/ihre Art, da hätte man gescheit zu tun, wenn man das denen allen sagen wollen würde. Fußballfans sind ja ohnehin sprachlich sehr innovativ und oftmals wirklich eloquent. Es gibt ja auch eine Eloquenz, die nicht so gespreizt daherkommt, sondern sehr komprimiert (und dabei meist ironisch gebrochen) die Dinge auf den Punkt bringt. Davon haben wir hier duzendweise.

Ich weiß noch, als ich mich vor... ich glaube... zehn Jahren im Express-Forum angemeldet habe, da habe ich mich fast geschämt, bei so einem Käseblatt im Forum mitzumachen. Aber die Leute, die da waren, hatten so überhaupt nichts mit dem Express zu tun. Die waren und sind das genaue Gegenteil davon. Insofern ist es ein Segen, daß das jetzt hier unter eigener Flagge segelt. Ich kann mich noch erinnern, daß ich vor zehn Jahren als Forumsfrischling seitenweise mitgelesen habe, wie sich User wie van Gool, Joker, Arne, Meisterjahre, Ewert, Bürgi und ganz viele andere die Bälle zugespielt haben, da habe ich als erstes gedacht: "Ob ich da mithalten werde können?"

Es hat gedauert, bis sie mich so langsam als Gesprächspartner akzeptiert haben (das ist ja wohl in jedem Forum so). Und das hat mich seinerzeit ehrlich gefreut, als es so weit war. Auch heute noch, wenn ich wieder lange Zeit aussetzen muß mit dem Schreiben, schaue ich hin und wieder ins Forum und bin jedesmal aufs Neue gefesselt von den Diskussionen. Und das liegt zu gleichen Teilen am Inhalt wie auch an der Schreibe (so sagt man heute ja wohl). Man muß sich dann losreissen, weil man sonst seitenlang nach hinten blättert, um zu sehen, wer den ganzen Schnack überhaupt angestossen hat... und oft sind es die trocken hingerotzten Einzeiler, die mich am meisten beeindrucken.

Sorry fürs OT, das mußte ich an der Stelle mal loswerden.

#4 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von Rehbock 27.11.2019 17:01

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Das geht mir tatsächlich genau so. Meine Frau sagt immer, wenn sie mich im Forum sitzen sieht: "bist Du wieder bei Deinen Express-Honks?", dabei ist das hier so gar kein Express-Niveau.
Du hast recht, man sollte niemanden hervorheben, bei Dir war mir das allerdings mal eine - aufgepasst- Herzensangelegenheit.
Ich wünschte mir, der Haubrich hätte ein Niveau wie mancher hier. Ich höre öfter mal den FC-Podcast, wenn ich auf dem Fahrrad sitze. Da gibt es ja für die gesamte Menschheit nur die zweite Person singular, so dass man nie weiß, wer gemeint ist, ob die, oder wir, oder ich oder er oder tatsächlich Du...

Einer meiner besten Freunde hat neulich die Trainer-B-Lizenz gemacht. Der ist eigentlich Zahnarzt, hat noch nie eine Mannschaft trainiert, außer die Mädchenmannschaft seiner Tochter, als die 12 war. Für den ist das ein Hobby und er ist einfach Fußballfan.

Der sagt übrigens, dass das geistige Niveau unter den Absolventen mit jeder Stufe eher abnimmt...

#5 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von ewert 27.11.2019 20:18

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herr graf......
noch zum baierlorzer.
wie kommen die mainzer mit der verpflichtung von unserem ohrenpitscher eigentlich dazu uns so dermassen in die scheisse zu reissen.....
wir haben die erfolglosigkeit in person an der linie stehen.
der alte sack hat ihn treffend beschrieben. ein älterer herr der zum erstenmal ein so grosses stadion betrat, verwundert wahrnahm, dass er tatsächlich an der seitenlinie stand und ungläubig die wahnsinnsstimmung genoss....so ähnlich.
was der aufgestellt und gewechselt hat, war entweder bösartig oder selten dämlich.
die mainzer beurteilen diesen menschen unabhängigheit von seiner zeit in köln? gehts noch? weil hier jeder scheitert oder weil hier nicht ernsthaft zu arbeiten ist?
oder beurteilen sie ihn trotz seiner in köln geleisteten arbeit?
weil der kader nicht trainierbar ist, nicht bundesligatauglich oder warum.....?
nun kommt der gisdol ins spielt....
laut wolf brennt der.
beurteilt der den ruhmreichen fc mit dem ohrenpitscher oder ohne.....
und für was steht gisdol denn?

#6 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von smokie 27.11.2019 20:48

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Gisdol steht für Hunde und Klassiker des Herrenwitzes. Siehe Gisdol-Trööt.

Und natürlich sollten Trainer exklusive ihrer Arbeit bei uns beurteilt werden. Normal eben. Nicht spürbar anders.

#7 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von Calistra 27.11.2019 21:05

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Zitat von ewert im Beitrag #5
herr graf......
noch zum baierlorzer.
wie kommen die mainzer mit der verpflichtung von unserem ohrenpitscher eigentlich dazu uns so dermassen in die scheisse zu reissen.....
wir haben die erfolglosigkeit in person an der linie stehen.
der alte sack hat ihn treffend beschrieben. ein älterer herr der zum erstenmal ein so grosses stadion betrat, verwundert wahrnahm, dass er tatsächlich an der seitenlinie stand und ungläubig die wahnsinnsstimmung genoss....so ähnlich.
was der aufgestellt und gewechselt hat, war entweder bösartig oder selten dämlich.
die mainzer beurteilen diesen menschen unabhängigheit von seiner zeit in köln? gehts noch? weil hier jeder scheitert oder weil hier nicht ernsthaft zu arbeiten ist?
oder beurteilen sie ihn trotz seiner in köln geleisteten arbeit?
weil der kader nicht trainierbar ist, nicht bundesligatauglich oder warum.....?
nun kommt der gisdol ins spielt....
laut wolf brennt der.
beurteilt der den ruhmreichen fc mit dem ohrenpitscher oder ohne.....
und für was steht gisdol denn?



Die Mainzer lachen sich jetzt noch kaputt über den Cordoba Transfer ........... wer will es denen übel nehmen das die über unsere Arbeit lachen können?

#8 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von tap-rs 27.11.2019 21:20

Zitat von Calistra im Beitrag #7

Die Mainzer lachen sich jetzt noch kaputt über den Cordoba Transfer ........... wer will es denen übel nehmen das die über unsere Arbeit lachen können?

Bis unmittelbar vorher haben sie sich über den Clemens Transfer kaputt gelacht.

#9 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von Graf Wetter vom Strahl 27.11.2019 22:08

Zitat von Rehbock im Beitrag #4
Das geht mir tatsächlich genau so. Meine Frau sagt immer, wenn sie mich im Forum sitzen sieht: "bist Du wieder bei Deinen Express-Honks?", dabei ist das hier so gar kein Express-Niveau.

Noch so eine Bemerkung, und Deine Frau muß hier mitschreiben! "Express-Honks"! Ich habe mal vor Urzeiten in einem Forum für Klassische Musik mitgemacht, da gab es ein Ehepaar aus den Alpen, die haben zusammen einen Account gehabt und da las man ausschließlich Sätze wie "Wir finden Mozarts Jupiter-Symphonie schön!" oder "Der Mahler gefällt uns gar nicht." Das war so drollig, das würde ich hier auch gern haben. Könnt Ihr nicht unter einem gemeinsamen Usernamen ("Rehbock & Bockreh") schreiben? "Wir finden, Höger gehört nach Wattenscheid verkauft!" oder "Das war kein Foul (sagt meine Frau, und ich bin auch langsam dieser Ansicht").

Ich bin sicher, nach einigen Wochen würdet Ihr PNs von Usern bekommen, die mit Euch einen Pärchenabend in Rot-Weiß ausrichten wollen. Smokie hat ja eigentlich immer eine Perle an der Hand, die ausgehen möchte. Und falls Deine Frau als Argument anführen sollte, sie interessiere sich nicht für Fußball, das tue ich auch nicht. Oder wenn sie denkt, sie habe keine Ahnung, naja, ich sag mal so, wir haben hier den Joga, den Ron Dorfer, Aixbock... da fällt Deine Frau kein bißchen auf.

Übrigens muß ich noch klarstellen, daß die "Zeit" natürlich nicht von der "politischen Kaste" geschrieben hat, sondern von der "politischen Klasse". Ich bin heute etwas benebelt, ist mir erst später wieder eingefallen.

Zitat von Rehbock im Beitrag #2

Vielleicht haben die dieses Kastendenken, weil sie einfach in einer Kaste stecken: fern jeder zivilen Grundidee, keine gesellschaftlichen Dramen, da nach einem Job, egal ob mit oder ohne Erfolg für immer bar aller finanziellen Nöte.
Gisdol ist zB 50, hat 2 Jahre nicht gearbeitet, aber er hatte es bis jetzt nicht nötig, in die Niederungen des bezahlten Fußballs abzutauchen, obwohl er noch nie einen Job zu Ende machen durfte.

Das ist schon merkwürdig. Die leben in einer künstlichen Welt mit einem ganz beschränkten Vokabular, müssen eigentlich nichts leisten ab der Kastenzugehörigkeit- außer immer wieder den Druck zu betonen, unter dem sie und ihresgleichen stehen.

Aber wie ein Soldat müssen sie immer wieder den Wohnort wechseln.

Tauschen möchte ich nicht, dafür ist mir diese Fußballwelt einfach zu blöd.

Das kann ich nur unterschreiben. Besonders das mit der "künstlichen Welt mit einem ganz beschränkten Vokabular" war sehr auf den Punkt gebracht! Klinsmann hat heute erfreulich entspannt und ohne ganz große verbale Hämmer erklärt, er sei halt jetzt da und schau´n mer mal. So kann´s also auch gehen. Nix mit "Trainerpersönlichkeit Klinsi arrived" oder "Berlin ist der Topf für den Deckel von der schwäbischen Nudelpfanne"!

Das "Rumgedue" (oder -geduze) ist wirklich extrem nervig, man meint, einige Leute seien nur deshalb zur Welt gekommen, um so viele Menschen wie möglich mit "du" anzuquatschen. "Man" wird schon lange durch "du" ersetzt, dafür kommt es jetzt da vor, wo früher "Mann, Mann!" gestanden hätte.

Was denken eigentlich Kinder und Teenager, wenn sie diese Kaste quasseln hören? Ich erinnere mich, daß ich früher durchaus verstanden habe, worüber ein Toni Schumacher in der Sportschau geredet hat. Trainer interessieren Kids ja nie so sehr wie Spieler, aber sogar bei Rinus Michels war ich reeelativ sicher, zu wissen, was er meint. Und das will schon was heissen.

Nur dem Daum vermochte ich damals wie später nicht zu folgen. Aber der war ja immer irgendwie seine eigene Kaste.

#10 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von Graf Wetter vom Strahl 27.11.2019 22:28

Zitat von ewert im Beitrag #5
herr graf......
noch zum baierlorzer.
wie kommen die mainzer mit der verpflichtung von unserem ohrenpitscher eigentlich dazu uns so dermassen in die scheisse zu reissen.....
wir haben die erfolglosigkeit in person an der linie stehen.
der alte sack hat ihn treffend beschrieben. ein älterer herr der zum erstenmal ein so grosses stadion betrat, verwundert wahrnahm, dass er tatsächlich an der seitenlinie stand und ungläubig die wahnsinnsstimmung genoss....so ähnlich.

Das Schöne an Methusalems Herumgebitche ist ja, daß umso mehr zutrifft, je beschissener der FC wird.

Zitat
was der aufgestellt und gewechselt hat, war entweder bösartig oder selten dämlich.
die mainzer beurteilen diesen menschen unabhängigheit von seiner zeit in köln?


Nee, er beruteilt sich selber ohne seine Zeit in Köln. Es ist ja alles noch viel übler als man immer denken würde...

Zitat
oder beurteilen sie ihn trotz seiner in köln geleisteten arbeit?


Ja, offenbar will er ihnen (und dem Rest der Republik) sowas nahelegen.

Zitat
weil der kader nicht trainierbar ist, nicht bundesligatauglich oder warum.....?


Vermutlich. Und weil der Dom in Mainz steht und nicht in Köln.

Zitat
nun kommt der gisdol ins spielt....
laut wolf brennt der.
beurteilt der den ruhmreichen fc mit dem ohrenpitscher oder ohne.....
und für was steht gisdol denn?


Ach, der Gisdol brennt wahrscheinlich so rasch runter wie ne Fluppe vom Helmut Schmidt. Und das Gute ist ja, der Beierlorzer bläst dem Gisdol nix ins Ohr, weil der Gisdol ja noch beim Jobcenter gesessen hat, als der Beierlorzer zu einer alternativen Lebensform mutieren wollte. Man weiß jetzt nur nicht, ob der Gisdol schon in Hamburg den FC "begleitet" hat oder nicht. Das hat der Gisdol nämlich versäumt zu sagen. Klinsi hat immerhin gesagt, er habe als Achtjähriger die Hertha-Fahne geschwenkt (Vattern war wohl BSC-Fan). Gisdol sollte sich schleunigst überlegen, ob er nicht wenigstens damals als 13-Jähriger zeitweise in FC-Bettwäsche onaniert hat. Und ob er nicht "die Trainerpersönlichkeit Markus Gisdol" losgelöst von dem betrachtet wissen möchte, was seine Lehrerin in der vierten Klasse ins Zeugnis geschrieben hat.

Ich warte ja immer noch auf den Tag, an dem sie ihren eigenen Namen vergessen und einfach, wie Caesar, von sich als in der dritten Person sprechen... Trainer: "Er hat heute kluge Auswechslungen vorgenommen". Reporter: "Er ist ein Trainerfuchs, nicht wahr?" Trainer: "Er ist ein Heiler, ein Seher, ein Schamane."

#11 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von Graf Wetter vom Strahl 28.11.2019 11:27

Ich habe mich ja sehr gewundert und ziemlich geärgert über das, was Beierlorzer da in Mainz bei seiner allerersten Pressekonferenz gesagt hat. Spricht der Typ von sich selbst als "der Trainerpersönlichkeit A.B."! Die man bitteschön man ohne ihre Mißerfolge sehen sollte, ja?! Wie muß man kognitiv (also im Gehirnstübchen) eigentlich aufgestellt sein, um so einen rauszuhauen? Ich kenne Menschen, die würden so einen Scheißdreck nicht einmal dann erzählen, wenn sie jemand mit vorgehaltener Waffe bedrohen und dazu zwingen wollte.

Die primitive, durchsichtige, lächerliche Art, in der Beierlorzer damit den Leuten an seiner neuen Wirkungsstätte ein Bild von sich selbst in die Köpfe bimsen wollte, erschüttert mich und widert mich an. Und davon gibt es so unendlich viele in der Manageretage. Die haben mittlerweile was von Schaustellern auf dem Jahrmarkt an sich, jeder brüllt herum, damit die Leute ihm zuhören und zu ihm ins Zelt kommen. Das ist so normal geworden, daß man selbst auf einer Ebene (wir reden hier von exzellent bezahlten Menschen mit außerweltlichen Arbeitsverträgen) wie der, auf der sich A. Beierlorzer bewegen darf (die Zahlen sind bekannt und die Arbeitsleistung auch, für die sie auf den Tisch gelegt wurden?), von der Selbstpräsentation und dem Medien-Verhalten her im Grunde noch wie ein Höhlenmensch agiert.

Warum? Wenn sie uns schon abzocken (und sie können ja nur solche unerlaubten Summen einfahren, weil wir gern Fußball schauen möchten), können sie uns dann nicht wenigstens als denkende Wesen ernst nehmen und uns diesen Kindergarten ersparen? Natürlich, das ist nicht allein im Fußball so. Das ist überall so, von lokalen Versicherungen aufwärts bis in die allerhöchsten Managerbüros der Erde. Warum sollte es im Fußball anders sein?

Ganz einfach: Weil "im Fußball" bei den Fans ein besonders senibles Gespür für Zwischentöne vorhanden ist und weil wirklich jeder Furz nach draußen gepustet wird. Innerhalb solcher Gegebenheiten muß man sich einfach anders aufführen, als Beierlorzer und viele andere das tun. Die Charakterköppe unter den Trainern sterben aus. Selbst ein Jürgen Klopp ist - in all´ seiner internationalen Glorie - im Grunde ein Hipstersöhnchen aus dem Think-Tank geblieben, das heute noch i.wo in den In-Vierteln der Großstadt sein Rennrad in die Altbauwohnung im dritten Stock schleppen würde, wenn es nicht durch einen biographischen Unfall ein ganzes In-Viertel auf dem Land aufkaufen könnte, wo der nächste Nachbar miles away ist.

Überall in den Profi-Vereinen sitzen Leute an den dicken Schreibtischen, die man früher in der Schule während der Pause mit dem Kopf ins Klo gesteckt hat. Und die wollen sich jetzt dafür schadlos halten. Die wollen einfach Macht haben. Und das gilt auch für Wortführer in jenen Fußball-NGOs, die sich als paramilitärische Eliteeinheiten hinter den designierten Vorstandsoffizieren so lange mitgliederberaten, bis sie mehr Einfluß haben als die Türklinkenputzer aus der ersten Reihe. In Meetings treten sie als kumpelige Ganzkörperturnschuhe in Erscheinung oder als Luft-Handwerker (sie zerschneiden jedes Molekül H²O im Raum: "https://www.kicker.de/763654/artikel"), aber wenn man mal hinter die Fassade schaut, dann sieht man allzu häufig nichts als den Drang, andere mit der eigenen Gegenwart in Verlegenheit zu bringen.

Was denen wichtig ist, ist nicht ihr Arbeitgeber, der Verein, nichtmal der eigene sportliche Erfolg, sondern daß die Leute in ihre Richtung gucken. Und das machen die Leute ja auch, egal was für ein menschliches Elend ihnen da geboten wird. Gestalten, die noch im Mittelalter, wenn sie diese Nummer durchgezogen hätten, aus jeder Stadt gejagt worden wären, sind heute die "logische Konsequenz" der Unternehmensführungsphilosophie geworden.

Und auf dem Platz rennen irgendwelche Bürschchen rum, die mit dem Gesicht nach unten auf die Welt gekommen sind (ey habsch like, ey?) und von den Eltern solange zum Training gefahren und wieder abgeholt wurden, daß sie denken, jeder auf der Welt würde fürs Laufen bezahlt werden. Und keiner ist an irgendetwas schuld. Oder für etwas verantwortlich. Wenn´s ganz schlimm kommt, dann "passte es nicht". Aber bei Beierlorzer und Mainz "passt es" ja. Das ist ja eigentlich beruhigend, was rege ich mich also auf...?

#12 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von bruno 28.11.2019 16:13

Was T.Legat gewsen wäre, weiß ich nicht, weiß ich doch nicht mal, was er gerade ist.
Was allerdings den Beierlorzer betrifft, bin ich inzwischen der Ansicht, daß er beim FC ein erfolgloser Schönschwätzer war, und inzwischen, wie man sehr schön Deinen Ausführungen entnehmen kann (falls man seine Ergüsse noch nicht gehört hat), zum für grade mal ein Spiel erfolgreichen Dummschwätzer geworden ist.
Wunderbare Wandlung!
Vielleicht ist das aber nur ein One-Hit-Wonder... wogegen ich gar nichts hätte .

#13 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von ewert 28.11.2019 17:14

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das widerlichste war eigentlich....dieses ........danke auch an sandro......bäh
wenns denn ernst gemeint wäre ........
aber sandro...danke für den job und danke lieber gott für den einstand....für den ich nichts kann.
denn sonst müsste ich auch mal fragen was gisdol sagen sollte.....
danke achim für den einstand hier....?

#14 RE: Wäre Thorsten Legat der richtige FC-Trainer gewesen oder nur ein erfolgreicher Ohrenkneifer? von Topalovic 28.11.2019 17:51

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Zitat von tap-rs im Beitrag #8
Zitat von Calistra im Beitrag #7

Die Mainzer lachen sich jetzt noch kaputt über den Cordoba Transfer ........... wer will es denen übel nehmen das die über unsere Arbeit lachen können?

Bis unmittelbar vorher haben sie sich über den Clemens Transfer kaputt gelacht.


Und auch über Brosinski, der in Mainz Kapitän ist, dürfte geschmunzelt werden. Beim FC wurde er seinerzeit abserviert. Einen solchen Spielertyp hätte ich heute gerne.

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