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Registrierungsdatum: 7. Juni 2016

Beiträge: 979

1

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 00:54

Blutige Trikots

Jetzt gibt es also ein eigenes Unterforum nur für OT. So, so. Na denn, dann stifte ich mal einen Thread für einen Fußball-Krimi, der von Euch Usern als Fortsetzungsroman geschrieben werden soll oder kann.

Die Regeln sind ganz einfach: Jeder, der mag (jede, die mag, liebe Sanne oder Schoggi), schreibt einen kurzen Abschnitt, der an die vorigen inhaltlich in irgendeiner Weise anschließen soll. Was Ihr schreibt, ist vollkommen Euch überlassen. Sex, Crime, Splatter, Gore oder sogar so etwas Perverses wie Steuererklärung oder Abstiegskampf, alles kann.

Ihr könnt Figuren hinzuerfinden (einen vertrottelten Inspektor, eine verlassene Geliebte, einen eifersüchtigen Ersatzspieler, einen geistesgestörten Trainer) oder auch rausschreiben, ihr könnt sterben lassen, wen Ihr wollt, oder auferstehen (bitte allenfalls aufpassen, daß es nicht ins Zombie-Genre abdriftet, Zombies sind scheiße).

Und auch wie Ihr schreibt, ist schnuppe. Haut auf die Pauke. Es kann ruhig absurd werden, macht es Eurem Nachfolger so schwer wie möglich. ;) Denn der muß möglichst viele Fäden von denen aufnehmen, die vor ihm schrieben.

Ich beginne, und wenn dann jemand Lust hat: Nur zu!



Als Fred in die Kabine kam, war keiner da. Er ärgerte sich darüber nicht, denn Fred war gerade 19 Jahre alt geworden und es seit einiger Zeit gewohnt, sich ohne fremde Hilfe umzukleiden. Nichtmal das Dienstmädchen durfte ihm noch helfen.

Fred, das war mit vollem Namen Frédéric Patrick Kroiß, der neue Rechtsaußen, den der Manager für kleines Geld aus dem Fußball-Internat in Bayern hatte antanzen lassen. Fred war seit je ein untypischer Fußballspieler gewesen. Der Vater war Anwalt, allerdings nicht irgendeiner, Freds Vater war der Staranwalt im Großraum München. Freds Mutter hatte sogar adeliges Blut, zumindest wenn man ihre Behauptung, sie sei eine Groß-Groß-Nichte der Zarentochter Anastasia, nicht in das Reich der Legenden verweisen wollte. Was niemand in der Familie tat, denn das bedeutete Geschichtsunterricht zu bekommen.

Fred verheimlichte gern seine Herkunft, was ihm selten gelang, denn Fred sah man ganz einfach seine sorglose Jugend schon von weitem an. Er lächelte so gut wie nie, wie reiche Kinder es zu tun pflegen, denen man mit beinahe nichts mehr eine Freude machen kann.

Auch jetzt, in der Kabine, verzog er keine Miene in seinem bartlosen Jungengesicht. Fred sah jünger aus als er tatsächlich war. Und er war kleiner als die allermeisten Mitspieler, es sei denn, es ging gegen Mannschaften aus Südeuropa. Als Rechtsaußen wurde er verpflichtet, doch ihm war klar, daß er die Rolle kaum jemals würde ausfüllen müssen. Die Kölner Mannschaft, zu der er gestossen war, spielte nicht mit offensiven Flügelspielern. Und Fred war auf vielen Positionen ausgebildet worden, denn im modernen Fußball, so seine Trainer im Internat, gebe es bald kaum noch eine traditionelle Zuordnung. Die Zukunft läge in der Multitaskingfähigkeit. Und das kam Fred sehr entgegen.

Denn Fred war Linkshänder und, wie es bei Linkshändern normal ist, auch Linksfüßer. Doch schon seit früher Kindheit wurde er nicht nur zum Schreiben mit der rechten Hand, sondern auch zum Schießen, Dribbeln oder Passen mit dem rechten Fuß angehalten. Dies aber ohne den Gebrauch der angestammten starken linken Körperseite zu vernachlässigen oder gar zu unterdrücken. Fred war eine Art menschlicher Allradantrieb und als solcher sollte er in Köln nun wirken.

Noch immer stand er da, im Schummerlicht der Notbeleuchtung. Halb sieben war es, und weil die Sommerzeit vorbei war, auch schon wieder dunkel. Was nun? Er konnte schlecht einfach wieder gehen. Fred rief, sehr leise, denn er benahm sich immer so unauffällig wie nur möglich. Außer auf dem Spielfeld. Sein paradoxes leises Rufen hatte den gewünschten Erfolg: Niemand antwortete. Fred setzte sich auf eine Bank vor einen Spind.

Wo Anna jetzt wohl gerade war? Ihr Stipendium für Brüssel hatte er verflucht, als er noch in Bayern war, doch jetzt, in Köln, kam es ihm sehr gelegen. Ach ja, Anna würde in seiner Situation sicher das ganze Trainingsgelände zusammenschreien, bis sie jemanden gefunden hatte, der ihr sagen konnte, wo die Mannschaft war. Oder wo überhaupt mal irgendjemand war. Fred aber saß nur da und starrte in den langen Gang hinaus, den er von seinem Platz hervorragend einsehen konnte.

Da flackerte das Licht. Blitzartig durchzuckte Fred die Frage, ob er sich den Weg durch die ihm fremden Katakomben so gut eingeprägt hatte, daß er im Dunkeln wieder hinausfände? Er nestelte nervös nach seinem Handy. Scheiße, das war auf dem Beifahrersitz seines BMW geblieben. Er suchte mit raschem Blick die ganze Kabine ab. Nichts sah so aus wie eine Taschenlampe oder ein vergessenes Mobilphon, dessen Licht man hätte nutzen können.

Doch etwas fiel ihm auf, ganz hinten in der Ecke war etwas hinter die Bank gestopft. Etwas Weißes. Er sprang hoch, um nachzusehen, was es war. Und Fred traute seinen Augen nicht.
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  • Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Graf Wetter vom Strahl« (11. Oktober 2018, 01:59)

Sanne

Profi

Registrierungsdatum: 16. Juni 2015

Beiträge: 862

2

Sonntag, 14. Oktober 2018, 14:27

Und weiter geht`s:

Ihm gefror das Blut in den Adern, als er sah, was er da in den Händen hielt: ein stark, blutverschmiertes Trikot
mit der Rückennummer 10. Das erste was ihm einfiel war, dass er um die Legende der Nummer 10, vor
seinem Wechsel nach Köln, gelesen hatte. Soweit er sich erinnern konnte, wurde diese Spielernummer seit
dem Wechsel von Podolski, den er als Kind schon verehrt hatte, in Köln nicht mehr vergeben.

Plötzlich ging das Licht an. Erschrocken fuhr er herum, aber keiner hatte die Umkleide betreten.
Das blutverschmierte Trikot immer noch in den Händen haltend, ging er langsam auf die Tür zu.
Dabei bemerkte er, wie er leise mit sich selbst sprach. Fred murmelte leise vor sich hin.
Er fragte sich, was es mit der "10" auf sich hatte und warum das Trikot blutverschmiert war?
Gerade, als er die Tür erreicht hatte, hörte er Stimmen. Angestrengt stand er im Türrahmen
der Kabine und versuchte herauszufinden, woher die Stimmen kamen. Sie waren zu weit
weg um der Unterhaltung folgen zu können.

Die Stimmen wurden lauter, was eindeutig daran lag, dass aus der anfänglichen Unterhaltung
ein lautes Streitgespräch entstanden war. Worfetzen wie ".....das werden wir ja dann sehen" worauf die Antwort:
"....soweit werden wir es nicht kommen lassen. Vorher wird etwas passieren, womit keiner rechnet, das werdet
IHR dann noch sehen!" folgte, waren zu verstehen.

Eine Tür flog auf und Fred konnte erkennen, wie jemand die Treppe des Spielertunnels rauf rannte. Er stand
jedoch zu weit weg, um erkennen zu können, wer dieser Jemand war. Als er ein lautes Scheppern aus dem Raum
vernahm, aus dem zuvor der Streit zu hören war, ging er vorsichtig, rückwärts wieder in die Kabine zurück.


Er wusste nicht, wie er sich verhalten sollte. Bisher hatte er nur den Mannschaftsarzt, den Sportdirektor und
den Trainer persönlich kennen gelernt. Sollte er, obwohl er nicht wusste wer sich dort aufhielt, zu dem Raum
gehen und sich bemerkbar machen? Dabei fiel ihm auf, dass er immer noch das blutverschmierte Trikot fest hielt.


Immer noch in seinen Gedanken vertieft, hörte er plötzlich Schritte, die sich eindeutig in seine Richtung bewegten.....
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